Die kurze Debatte war vorbei.

Während der darauffolgenden vier Stunden untersuchte Schiffsarzt Brenner das Wesen, zuerst aus sicherer Entfernung und später aus so unmittelbarer Nähe wie es sein Raumanzug nur zuließ. Er war sich sicher, daß der Analysator eine etwas zu optimistische Auffassung von dem gehabt hatte, was höchstwahrscheinlich ein noch nicht völlig erkalteter Leichnam war. Sicherlich stellte das merkwürdige Wesen keine Gefahr dar, denn es konnte sich nicht bewegen, selbst wenn es gewollt hätte; dafür sorgten der Überzug — der sich aus etwas zusammensetzte, das wie breite, flache Rankenfüßer aussah — und das steinharte Bindemittel, das diese zusammenhielt.

Später, als er gerade seinen Bericht an den Captain beendete, sagte Brenner: „Um zusammenzufassen, Sir: Das Wesen leidet an einer recht sonderbaren Hautkrankheit, die außer Kontrolle geraten ist und dazu führte, daß man es ausgesetzt hat — denn sicherlich ist es nicht aus eigener Kraft bis hierher geflogen. Alles deutet auf eine weltraumreisende Spezies hin, die Opfer eines Leidens ist, vor dem sie eine solche Angst hat, daß sie die Kranken noch lebend ins All aussetzt.

Wie Sie wissen, besitze ich nicht die Qualifikation, extraterrestrische Krankheiten zu behandeln, und das Lebewesen ist zu groß, um es an Bord zu nehmen. Wir könnten allerdings unsere Hyperraumhülle ausdehnen und es bis zum Orbit Hospital im galaktischen Sektor zwölf ins Schlepptau nehmen.

Das wäre doch mal eine angenehme Abwechslung von diesem alltäglichen Kartographieren. Außerdem bin ich da noch nie gewesen“, fügte Brenner hoffnungsvoll hinzu. „Wie ich gehört hab, sollen dort nicht alle Schwestern sechs Beine haben.“

Der Captain schwieg für einen Augenblick und nickte dann. „Aber ich war schon mal da“, bemerkte er grinsend. „Manche Schwestern haben sogar noch mehr als sechs…“



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