
„Erzählen Sie mir bitte die genauen Einzelheiten der Tests, die Sie durchgeführt haben“, bat Murchison, die plötzlich sehr sachlich und ungemein höflich klang, obwohl der Lieutenant das gar nicht bemerkte.
Conway gab Prilicla ein Zeichen näherzukommen, um die hauptberufliche Pathologin und den Amateurpathologen ihr Gespräch allein weiterführen zu lassen.
„Ich glaube nicht, daß sich der Patient bewegen kann“, sagte er zu Prilicla. „Ich weiß nicht einmal, ob er lebt. Lebt er?“
Priliclas Glieder zitterten, als er sich wappnete, eine verneinende Antwort zu geben, wobei er sogar ein ganz klein wenig unangenehm wurde. „Das ist eine irreführende Frage, mein Freund“, entgegnete er. „Alles, was ich sagen kann, ist, daß er nicht ganz tot zu sein scheint.“
„Aber Sie können doch auch die emotionale Ausstrahlung eines schlafenden oder in tiefer Bewußtlosigkeit befindlichen Gehirns wahrnehmen“, erwiderte Conway ungläubig. „Strahlt der Patient denn überhaupt keine Emotionen aus?“
„Nur in sehr geringen Maßen, mein Freund“, antwortete der noch immer zitternde Cinrussker, „aber sie sind zu schwach, als daß ich sie identifizieren könnte.
Der Patient ist sich seiner selbst nicht bewußt, und die kaum wahrzunehmenden Ausstrahlungen stammen nicht aus dem Schädelraum, sondern scheinen vielmehr vom gesamten Körper auszugehen. Einen solchen Eindruck hab ich noch nie gehabt, deshalb kann ich nicht einmal Vermutungen anstellen, da mir ausreichende Informationen oder Erfahrungen fehlen.“
„Wie ich Sie kenne, werden Sie selbstverständlich trotzdem Mutmaßungen anstellen“, bemerkte Conway lächelnd.
„Natürlich“, entgegnete Prilicla. „Es wäre möglich, die emotionale Ausstrahlung, die ich von der Hautoberfläche her bis in einigem Abstand darunter wahrnehmen kann, vielleicht damit zu erklären, daß sich das Wesen in tiefer Bewußtlosigkeit befindet, während gleichzeitig seine Nervenenden unaufhörlich von heftigen Schmerzen stimuliert werden.“
