»Sicher nicht. Dafür sind wir in Paris. Hier ist Ihr Kaffee. Haben Sie Kopfschmerzen?«

»Nein.«

»Gut. Ich habe welche. Aber das ist in einer Stunde vorbei. Hier sind Brioches.«

»Ich kann nichts essen.«

»Doch, Sie können. Sie glauben bloß, Sie könnten nicht. Versuchen Sie es nur.«

Sie nahm ein Brioche. Dann legte sie es wieder hin. »Ich kann wirklich nicht.«

»Dann trinken Sie den Kaffee und rauchen eine Zigarette. Das ist das Frühstück der Soldaten.«

»Ja.«

Ravic aß. »Sind Sie immer noch nicht hungrig?« fragte er nach einer Weile.

»Nein.«

Die Frau drückte ihre Zigarette aus. »Ich glaube...«, sagte sie und verstummte.

»Was glauben Sie?« fragte Ravic ohne Neugier.

»Ich sollte jetzt gehen.«

»Wissen Sie den Weg? Sie sind hier nahe der Avenue Wagram.«

»Nein.«

»Wo wohnen Sie?«

»Im Hotel Verdun.«

»Das ist wenige Minuten von hier. Ich kann es Ihnen zeigen, draußen. Ich werde Sie ohnehin am Portier vorbeibringen.«

»Ja... aber das ist es nicht...«

Sie schwieg wieder. Geld, dachte Ravic. Geld, wie immer. »Ich kann Ihnen leicht aushelfen, wenn Sie in Verlegenheit sind. « Er zog seine Brieftasche hervor.

»Lassen Sie das! Was soll das?« sagte die Frau schroff .

»Nichts.« Ravic steckte die Brieftasche wieder ein.

»Entschuldigen Sie...« Sie stand auf. »Sie waren... ich muß Ihnen danken... es wäre... die Nacht... ich hätte allein nicht gewußt...«

Ravic fiel ein, was geschehen war. Er hätte es lächerlich gefunden, wenn sie eine Angelegenheit daraus gemacht hätte — aber daß sie ihm dankte, hatte er nicht erwartet, und es war ihm viel unangenehmer.

»Ich hätte wirklich nicht gewußt«, sagte die Frau. Sie stand noch immer unschlüssig vor ihm. Weshalb geht sie nicht? dachte er.



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