
Ferner unterhielt man sich über das Detail der Lage überhaupt, über Blockade und künftige Belagerung.
Viel ward gesprochen über Persönlichkeiten und deren Verhältnisse, die gar mancherlei wirken, ohne daß sie zur Sprache kommen. Man zeigte daraus, wie unzuverlässig die Geschichte sei, weil kein Mensch eigentlich wisse, warum oder woher dieses und jenes geschehe.
Mittwoch den 28. Mai bei Obrist von Stein auf dem Forsthause, das äußerst schön liegt; ein höchst angenehmer Aufenthalt.
Man fühlte, welch eine behagliche Stelle es gewesen, Landjägermeister eines Kurfürsten von Mainz zu sein.
Von da übersieht man den großen landschaftlichen Kessel, der sich bis Hochheim hinüber erstreckt, wo in der Urzeit Rhein und Main sich wirbelnd drehten und restagnierend die besten Äcker vorbereiteten, ehe sie bei Bieberich westwärts zu fließen völlige Freiheit fanden.
Ich speiste im Hauptquartier; der Rückzug aus der Champagne ward besprochen; Graf Kalckreuth ließ seiner Laune gegen die Theoristen freien Lauf.
Nach der Tafel ward ein Geistlicher hereingebracht, als revolutionärer Gesinnungen verdächtig.
Eigentlich war er toll, oder wollte so scheinen; er glaubte Turenne und Conde gewesen, und nie von einem Weibe geboren zu sein.
Durch das Wort werde alles gemacht!.
Er war guter Dinge und zeigte in seiner Tollheit viel Konsequenz und Gegenwart des Geistes.
Ich suchte mir die Erlaubnis, Lieutenant von Itzenplitz zu besuchen, welcher am 9. Mai in einer Affäre vor Mainz mit Schuß und Schub verwundet und endlich gefangen genommen worden.
Feindlicherseits betrug man sich auf das schonendste gegen ihn und gab ihn bald wieder heraus.
Reden durft' er noch nicht, doch erfreute ihn die Gegenwart eines alten Kriegskameraden, der manches zu erzählen wußte.
Gegen Abend fanden sich die Offiziere des Regiments beim Marketender, wo es etwas mutiger herging als vorm Jahr in der Champagne: denn wir tranken den dortigen schäumenden Wein, und zwar im Trocknen beim schönsten Wetter.
