Und so fand ich zwei Wochen später heraus, dass Don eine Affäre mit einer Frau aus der Buchhaltung hatte und ihr sogar einen Dienstwagen besorgt hatte. Ich ging zu ihm und sagte, aufgrund von E-Mails, die an Jean aus der Buchhaltung gegangen seien, müsse man annehmen, dass ein unbekannter Mitarbeiter ein Verhältnis mit ihr habe und dass sie Vergünstigungen bekomme, die ihr nicht zustünden. Ich sagte, ich wisse nicht, wer der Betreffende sei, aber falls sie sich weiter E-Mails schrieben, würde ich es bald herausfinden.

Ich dachte mir, Don würde den Wink verstehen, und so war es auch. Doch jetzt schrieb er belastende E-Mails von zu Hause aus, ohne zu ahnen, dass jede Mail durch den zentralen Server lief und ich weiterhin alles mitbekam. Und so erfuhr ich dann auch, dass er Software an ausländische Großhändler mit enormen »Rabatten« verkaufte und stattliche »Beraterhonora-re« auf einem Konto auf den Kaimaninseln bunkerte. Das war eindeutig illegal, und darüber konnte ich nicht hinwegsehen. Ich fragte meinen Anwalt Gary Marder um Rat, und er empfahl mir zu kündigen.

»Kündigen?«, sagte ich.

»Ja. Natürlich.«

»Aus welchem Grund?«

»Ist doch egal, aus welchem Grund. Du hast woanders ein besseres Angebot bekommen. Du hast gesundheitliche Probleme. Oder aus familiären Gründen. Schwierigkeiten zu Hause. Aber mach, dass du da wegkommst. Kündige.«

»Moment mal«, sagte ich. »Du meinst also, ich soll kündigen, weil er gegen das Gesetz verstößt? So lautet dein anwaltlicher Rat?«

»Nein«, sagte Gary. »Als dein Anwalt muss ich dir raten, jede illegale Aktivität zu melden, von der du Kenntnis hast, das ist deine Pflicht. Aber als dein Freund lautet mein Rat, halt den Mund und hau so schnell wie möglich ab.«

»Kommt mir irgendwie feige vor. Ich glaube, ich sollte die Investoren verständigen.«



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