
«Aber, Sir, Westindien!«Er rang nach Worten.»Gott, wir sind seit zwei Jahren ununterbrochen Blockade gelaufen!»
Bolitho antwortete so laut, daß ihn auch die anderen Offiziere verstehen konnten.»Und ich bin sechs Jahre fortgewesen, Mr. Vibart!«Er ging nach achtern, wo Stockdale wortlos am Kajütsniedergang stand, durch den er sich zurückziehen konnte.»In zehn Minuten alle Offiziere und die rangältesten Unteroffiziere bitte in meine Kajüte!»
Er stieg leichtfüßig den Niedergang hinunter und duckte sich automatisch unter den niedrigen Decksbalken. Achtern, unter einer schwingenden Laterne, salutierte ein Seesoldat neben der Tür der Kapitänskajüte. Hinter dieser Tür, dachte Bolitho, ist der einzige Platz an Bord, wo ich allein nachdenken kann.
Stockdale hielt die Tür auf, und Bolitho betrat die Kajüte. Nach dem beengten und spartanischen Quartier auf der Sparrow wirkte sie fast geräumig.
Die schrägen Heckfenster liefen über die ganze Breite der Hauptkajüte. Hinter den dicken Scheiben zeigten sich das unruhige Wasser und der feindselige, graue Himmel. Die Luft war schwer und feucht, und wieder fröstelte ihn. Gut, in die Sonne zurückzukehren, dachte er, wieder blaue See und goldenes Licht durch diese Fenster zu sehen.
Hinter einer Trennwand lag sein Schlafraum, hinter einer anderen ein kleiner Kartenraum. Die Hauptkajüte enthielt einen Tisch mit dazu passenden Stühlen, den mit einer Brüstung versehenen Schreibtisch und eine Garderobe für seine Uniformen, die Stockdale eben auspackte.
Zu beiden Seiten der Kajüte standen, jetzt unter einer
Persenning diskret verborgen und festgezurrt, große Zwölfpfünder. Selbst hier, in der Domäne des Kapitäns, würde die Luft voll Pulverqualm und Tod sein, wenn die Fregatte erst in einen Kampf verwickelt wurde.
