
Diesmal schaffte der Tir es nicht ganz, seine Freude und Genugtuung zu verbergen.
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Chicago
Freitag, 10. Mai 2047
Der Inhaber seiner Lieblingsbar in Chicago hatte einen alten, noch aus der Vorkriegszeit stammenden Bartresen, der mitten im Raum stand, umgebaut und die Insel in der Mitte, bestehend aus Gläsern, Barkeeper und Getränken, durch einen riesigen Holotank ersetzt. Rauchen war — was für eine Bar ungewöhnlich war — streng verboten, weil der emporziehende Rauch sich gewöhnlich störend auf die Bilddarstellung auswirkte. Das Surround-Sound-System war praktisch perfekt, und die Kellner und Kellnerinnen, die die Getränke von einer traditionellen Bar lieferten, die nachträglich neben der Küche eingebaut worden war, achteten besonders darauf, die Bestellungen der Gäste möglichst leise entgegenzunehmen, um das Spiel nicht zu stören. Diese Bar roch daher nicht nach dem üblichen abgestandenen Rauch, sondern nach einer Mischung aus Bier, Pommes, Hamburger und dem Zitronenöl, mit dem die Angestellten den Tresen ständig auf Hochglanz polierten. Er kam selten her, weil ein Mann in seinem Gewerbe darauf achten musste, keine auffälligen Verhaltensmuster zu entwickeln. Trotzdem war dies die von ihm bevorzugte Wasserstelle, weshalb er vermutlich öfter herkam, als er das eigentlich sollte.
Charles Worth war ein großer Anhänger des Hockey-Sports. Dabei ging es ihm jedoch nicht so sehr um die Gewalttätigkeiten, die man dabei manchmal erleben konnte; schließlich war Gewalt in seinem Beruf ein alter Hut. Was ihm am Hockey viel mehr gefiel, war das Tempo, der Wettkampf und die Spielkunst. Hockey war ein rechtes Männerspiel, das merkte man auch an der echten Musik, die man dazu spielte, nicht etwa die schrillen Töne irgendwelcher albernen Bands.
