
Taschen, den Mantelkragen hochgeschlagen, und ihre Schritte knirschten im Schnee. Niemand sah sich suchend nach einem verlorenen Geldschein um. Niemand achtete auf den kleinen Jungen, der im Rinnstein hockte.
Gehörte dieser Dollar also ihm?
Durfte er ihn nehmen?
Charlie zog den Geldschein vorsichtig aus dem Schnee. Er war feucht und schmutzig, aber sonst ganz in Ordnung.
EIN GANZER DOLLAR!
Charlie umklammerte das Geld mit seinen verfrorenen Fingern und starrte darauf. Er hatte nur einen einzigen Gedanken im Kopf. Mit diesem Dollar konnte er sich ETWAS ZUM ESSEN KAUFEN.
Charlie wandte sich um und steuerte auf den nächsten Laden zu. Er brauchte nur ein paar Schritte über den Bürgersteig zu gehen. Dort war ein Laden, der Zeitungen und Schreibpapier und allen möglichen Krimskrams verkaufte, darunter Süßigkeiten und Tabakwaren. Charlie wollte sich eine schöne Tafel Schokolade kaufen und sie sofort bis auf den letzten Krümel aufessen, gleich hier. Und dann wollte er schnurstracks nach Hause gehen und den Rest des Geldes seiner Mutter geben.
11. Das Wunder
Charlie betrat den Laden und legte die feuchte Dollarnote auf die Theke.
«Eine Tafel Schokolade bitte - Wonkas Wunder-Weich-
Creme-Füllung», sagte er, denn er dachte daran, wie gut ihm seine Geburtstags-Schokolade geschmeckt hatte.
Der Mann hinter dem Tresen war dick und wohlgenährt. Er hatte volle Lippen und rosige Backen und einen kurzen Hals, der über dem Hemdkragen wie ein Gummiring hervorquoll. Er drehte sich um, nahm eine Tafel Schokolade aus dem Regal und gab sie Charlie. Charlie riß das Papier auf und machte einen Riesenbissen. Und noch einen... und noch einen... Oh, was für eine Wohltat, sich den Mund mit süßer Schokolade, mit etwas Festem und Nahrhaftem vollzustopfen!
«Na, das scheint dir ja zu schmecken», sagte der Ladenbesitzer freundlich.
