Und am allermeisten sehnte er sich nach... SCHOKOLADE. Jeden Morgen auf dem Schulweg sah Charlie in den Schaufenstern ganze Berge von Schokoladentafeln. Er blieb immer wieder stehen, preßte die Nase an die Scheibe und starrte hinein, bis ihm das Wasser im Mund zusammenlief. Oft mußte er zusehen, wie andere Kinder Riegel sahniger Schokolade aus der Tasche zogen und wie Brot hinunterschlangen. Das war natürlich die reinste Folter für ihn.

Charlie Bucket bekam nur ein einziges Mal im Jahr ein winziges bißchen Schokolade, nämlich zu seinem Geburtstag. Seine Eltern sparten monatelang dafür, und wenn der große Tag kam, schenkten sie Charlie ein kleines Täfelchen Schokolade, das er ganz allein aufessen durfte. Und an jedem wunderbaren Geburtstagsmorgen legte Charlie seine Schokolade in ein Holzschächtelchen und hütete seinen Schatz, als wäre es pures Gold. Während der nächsten paar Tage betrachtete er die Schokolade nur, rührte sie aber nicht an. Wenn er es dann aber schließlich gar nicht mehr aushalten konnte, öffnete er vorsichtig die Verpackung. Er zog das Silberpapier nur an einer Ecke ein winziges bißchen zurück, damit ein winziges Stückchen Schokolade herausguckte, und dann knabberte Charlie ein winziges Häppchen davon ab... nur gerade genug, um den herrlichen Geschmack auf der Zunge zu spüren. Am nächsten Tag knabberte er wieder ein winziges Häppchen ab und am übernächsten Tag wieder, und so immer weiter. Auf diese Weise brachte Charlie es fertig, daß seine winzige Tafel Schokolade einen ganzen Monat lang reichte.

Aber ich habe euch noch nicht von der furchtbaren Sache erzählt, die den kleinen Charlie mehr als alles andere quälte. Es war noch viel, viel schlimmer als die Schokoladenberge in den

Schaufenstern oder mit ansehen zu müssen, wie andere Kinder Schokolade aßen. Es war wirklich die schlimmste Qual, die man sich vorstellen konnte: In dieser Stadt und fast in Sichtweite von dem kleinen Holzhaus, in dem Charlie lebte und seine Eltern lebten, stand eine RIESENGROSSE SCHOKOLADENFABRIK!



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