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Als der Journalist des Boston Globe einsah, dass er aus den beiden alten Männern – der gesamten Belegschaft des Weekly Islander – nichts Interessantes herausbekommen würde, verkündete er nach einem Blick auf die Uhr, er könne noch die Fähre um halb zwei erreichen, wenn er sich beeile. Er dankte den beiden Männern, dass sie sich Zeit genommen hatten, legte Geldscheine auf den Tisch und beschwerte sie mit einem Salzstreuer, damit sie nicht von der steifen auflandigen Brise fortgeweht würden. Dann eilte er von der Terrasse des Grey Gull die Steintreppe hinunter, zur Bay Street und dem kleinen Ort dahinter. Die junge Frau zwischen den beiden Alten hatte er kaum wahrgenommen, nur einige Male mit flüchtigem Blick ihre Brüste gestreift.
Kaum war der Journalist des Globe verschwunden, griff Vince Teague über den Tisch und zog die beiden Geldscheine – zwei Fünfziger – unter dem Salzstreuer hervor. Mit unverkennbarer Genugtuung stopfte er sie in die Pattentasche seines alten, zweckdienlichen Tweedsakkos.
»Was machst du da?«, fragte Stephanie McCann. Sie wusste zwar, dass Vince ihren, wie er sich ausdrückte, »jungen Knochen« gerne einen Schreck einjagte (sie hatte ja selbst Spaß daran), konnte in diesem Moment ihre Verwunderung jedoch nicht verhehlen.
»Wonach sieht es denn aus?« Vince wirkte selbstzufrieden wie selten. Er strich die Patte der Tasche glatt und aß den Rest seines Hummerbrötchens. Dann tupfte er sich den Mund mit einer Papierserviette ab und fing geschickt den Plastikdeckel von der Hummerportion des Globe-Journalisten auf, den eine frischere, nach Salz riechende Böe forttragen wollte. Vince’ Hände waren von seiner Arthritis fast grotesk verformt, dennoch waren sie erstaunlich flink.
»Es sieht so aus, als hättest du gerade das Geld genommen, mit dem Mr Hanratty unser Essen bezahlen wollte«, sagte Stephanie.
»Stimmt genau, Steffi, gut aufgepasst«, bestätigte Vince und zwinkerte dem anderen Mann am Tisch zu.
