Dave Bowie war fünfundzwanzig Jahre jünger als Vince Teague, wirkte aber gleich alt. Das läge allein an der Grundausstattung, mit der man vom Schicksal auf den Weg geschickt werde, behauptete Vince immer; jeder halte so lange durch, bis er auseinander falle, und vorher würde eben geflickt, was das Zeug halte. Vince war überzeugt, dass selbst Hundertjährigen – ein Alter, das auch er zu erreichen hoffte – das Leben letztlich nicht länger erschien als ein Sommernachmittag.

»Aber warum?«

»Hast du Angst, dass ich die Zeche prelle und Helen auf der Rechnung sitzen lasse?«, fragte Vince zurück.

»Nein … Wer ist Helen?«

»Helen Hafner, die Frau, die uns eben bedient hat.«

Vince wies mit dem Kinn über die Terrasse, wo eine etwas fülligere Frau von rund vierzig Jahren Teller abräumte. »Denn es ist die Geschäftspolitik von Jack Moody, dem dieses feine Restaurant gehört – er hat es von seinem Vater übernommen, auch wenn das nicht so wichtig ist –«

»Doch, es interessiert mich«, beteuerte Stephanie.

Dave Bowie, seit fast so langer Zeit Herausgeber des Weekly Islander wie Helen Hafner auf der Erde weilte, beugte sich vor und legte seine fleischige Hand auf Stephanies junge, glatte Finger. »Weiß ich doch«, sagte er.

»Und Vince auch. Deshalb fängt er immer bei Adam und Eva an, wenn er dir etwas erklärt.«

»Aha, jetzt gibt’s also Unterricht«, sagte Stephanie lachend.

»Genau«, bestätigte Dave. »Und warum machen so alte

Knacker wie wir das gerne?«

»Weil ihr nur Schüler habt, die was lernen wollen.«

»Richtig«, sagte Dave und lehnte sich zurück. »Schön.«

Er trug weder Anzugjacke noch Blouson, sondern ein altes grünes Sweatshirt. Es war August. Stephanie fand es trotz des auflandigen Windes ziemlich heiß auf der Terrasse des Grey Gull, wusste aber, dass beiden Männern schnell kalt wurde.



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