Stephanie erkundigte sich, ob das Pärchen dort ebenfalls auf den Bus gewartete hätte, doch Dave schüttelte lächelnd den Kopf.

»Nein, die sind drüben weitergelaufen«, erklärte er.

»Nix mit Händchenhalten, obwohl, es könnte schon sein. Die beiden waren unzertrennlich. Johnny Gravlin und Nancy Arnault. Ein paar Jahre lang passte kein Blatt zwischen sie.«

Stephanie setzte sich auf. Der John Gravlin, den sie kannte, war der Bürgermeister von Moose-Lookit Island, ein geselliger Mann, der für jeden ein gutes Wort übrig hatte und ein Auge auf einen Posten im Senat in Augusta geworfen hatte. Sein Haaransatz ging zurück, sein Bauch wölbte sich vor. Stephanie versuchte sich ihn als jungen Mann vorzustellen, der jeden Tag zwei Meilen über die Insel und dann noch mal drei auf dem Festland lief. Es gelang ihr nicht.

»Funktioniert nicht, mein Mädchen, was?«, fragte Vince.

»Nein«, gab sie zu.

»Tja, das liegt daran, dass du den Bürgermeister John Gravlin vor Augen hast, das größte Tier in diesem Zoo, und nicht den jungen Johnny Gravlin, der Fußball spielte und schnell laufen konnte, der freitagabends den Leuten Streiche spielte und sich samstags mit seiner Freundin traf. Der Bürgermeister tapert die Bay Street hoch und runter und grüßt die Leute, und beim Grinsen blitzt der Goldzahn in seinem Mund. Er hat ein gutes Wort für jeden, vergisst keinen Namen und weiß genau, wer einen Ford-Pick-up fährt und wer sich immer noch mit Daddys alter Erntemaschine herumschlägt. Er ist eine Karikatur wie aus einem Vierziger-Jahre-Film über Provinzpolitiker, er ist so hinter dem Mond, dass er es selbst nicht mal merkt. Gravlin ist eine dicke Kröte, die nur noch einen Sprung vor sich hat, und sobald er es in den Seerosenteich von Augusta geschafft hat, ist er entweder klug genug und hört auf, oder er versucht es noch mal und wird platt gemacht.«



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