
›Ist er tot, Doc?‹, fragte George.
›Und wie! Der ist seit mindestens vier Stunden tot, vielleicht sogar seit sechs und mehr‹, antwortete der Doc. (Ungefähr in dem Moment kam ich angefahren und parkte meinen Chevy neben Georges Ford.) ›Der ist steif wie ein Brett. Rigor mortis.‹
›Was glaubst du, wie lange er hier schon liegt? Seit
Mitternacht?‹, fragte George dann.
›Der kann hier schon länger liegen, wenn du mich fragst‹, sagte der Doc, ›ich kann nur mit Sicherheit sagen, dass er seit heute Nacht zwei Uhr tot ist. Wegen der Totenstarre. Wahrscheinlich ist er schon seit Mitternacht tot, aber in solchen Fragen bin ich kein Experte. Wenn starker auflandiger Wind herrschte, könnte das Einfluss auf das Einsetzen der Totenstarre gehabt haben.‹
›Gestern Nacht war kein Wind‹, sagte ich, als ich mich zu den beiden gesellte. ›Es war so ruhig und still wie in der Kirche.‹
›Na, sieh mal einer an, noch einer, der seinen Senf dazugeben will‹, meinte Doc Robinson. ›Möchte der rasende Reporter vielleicht den Todeszeitpunkt feststellen?‹
›Nein‹, sagte ich. ›Das überlasse ich lieber dir.‹
›Und ich überlasse das lieber dem Amtsarzt‹, entgegnete er.
›Das ist Cathcart, drüben in Tinnock. Dem zahlt der Staat elf Riesen pro Jahr zusätzlich für seine Leichenfledderei. Nicht genug, meiner bescheidenen Meinung nach, aber jedem das Seine. Ich bin nur allgemeinpraktischer Arzt. Aber … ah jo, dieser Kerl hier war um zwei Uhr tot, so viel ist sicher. Als der Mond unterging.‹
Dann standen wir drei ungefähr eine Minute lang einfach nur da und betrachteten ihn, als würden wir trauern. Unter gewissen Umständen kann eine Minute furchtbar kurz sein, aber in so einer Situation ist sie schrecklich lang. Ich erinnere mich an das Geräusch des Windes. Er war noch schwach, frischte von Osten aber langsam auf. Wenn man auf der dem Festland zugewandten Seite der Insel steht und der Wind von Osten kommt, dann hat er so einen einsamen Klang …«
