Dick Francis

Comeback

Kapitel 1

Ich heiße Peter Darwin.

Die Frage kommt immer wieder, darum sage ich am besten gleich, daß ich nicht mit Charles verwandt bin.

Eigentlich wurde ich als Peter Perry geboren, doch John Darwin, der meine verwitwete Mutter heiratete, als ich zwölf war, gab mir unter vielem anderen ein neues Leben, einen neuen Namen und eine neue Identität.

Zwanzig Jahre legten sich wie Nebel auf die Erinnerungen an meine Kindheit damals in Gloucestershire, und jetzt war ich, Peter Darwin, zweiunddreißig, Adoptivsohn eines Diplomaten, selbst im diplomatischen Dienst.

Da es ganz von der Laune des Auswärtigen Amtes abhing, wohin mein Stiefvater und später auch ich selbst versetzt wurden, hatte ich die zwanzig Jahre in vieler Herren Ländern zugebracht, drei lange Jahre hier, vier schnelle dort, von Caracas bis Lima, von Moskau über Kairo bis Madrid, hatte in kargen Betonbunkern und prächtigen Villen gewohnt, die das Außenamt zur Verfügung stellte, und mich nirgends zu Hause gefühlt.

Freundschaften waren auf Zeit, besonders mit Einheimischen, die man zurückließ. Andere Diplomaten und ihre Kinder kamen und gingen. Ich hatte keine festen Bindungen, führte ein Wanderleben und war zufrieden damit.

»Besuchen Sie uns mal in Florida«, sagte Fred Hutchings beiläufig, als er Tokio verließ, um Konsul in Miami zu werden.

»Bleiben Sie ein, zwei Tage, wenn Sie auf der Durchreise sind.«

Diese »ein, zwei Tage«, dachte ich ironisch, zeigten

recht klar, was für Gefühle wir füreinander hegten: mäßig bis lau.

»Danke«, sagte ich.

Er nickte. Wir hatten über Monate reibungslos zusammengearbeitet. Die Einladung war halbwegs ernst gemeint. Fred war auf Höflichkeit getrimmt wie wir alle.

Ich selber wurde fast ein Jahr darauf überraschend nach England versetzt, ins Amt für Auswärtige Angelegenheiten und die Länder des Commonwealth in Whitehall.



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