
»Was?« Mein Stiefvater in Mexiko-Stadt gluckste vor Vergnügen am Telefon, als ich es ihm mitteilte. »Persönlicher Referent! Gratuliere! Die Bezahlung ist lausig. Aber vorher wirst du noch Urlaub machen. Komm uns besuchen. Du fehlst deiner Mutter.«
Nach einem knapp vierwöchigen Aufenthalt bei ihnen wollte ich über Miami weiter nach England, verpaßte wegen einer Verspätung aber den Anschlußflug, und so kam es, daß ich vierundzwanzig Stunden totzuschlagen hatte und mir die Einladung von Fred Hutchings durch den Kopf ging. Warum nicht? dachte ich, ließ mir von der Auskunft seine Nummer geben und rief ihn einfach an.
Er klang ehrlich erfreut am Telefon, und ich stellte ihn mir am anderen Ende der Leitung vor - um die Vierzig, dick, sommersprossig und beflissen, mit schwitzender Stirn bei der geringsten nervlichen Belastung. Mir fiel wieder ein, wie wenig ich ihn eigentlich mochte, doch für einen Rückzieher war es zu spät.
»Fein, fein«, sagte er herzlich. »Ich würde Ihnen ja anbieten, hier zu übernachten, aber den Kindern geht’s nicht gut. Sollen wir essen gehen? Nehmen Sie ein Taxi zum >Tauchenden Pelikan< in der 186. Straße, North Miami Beach. Wir treffen uns da gegen acht. Ist Ihnen das recht?«
»Prima«, sagte ich.
»Gut. Gut. Schön, sich mal wiederzusehen.« Er nannte mir noch einmal die genaue Adresse des Restaurants. »Da essen wir oft. Und dabei fällt mir ein ...«, er legte Begeisterung in seine Stimme, »... zwei von unseren Freunden dort fahren morgen auch nach England. Die werden Ihnen gefallen. Vielleicht sind Sie ja alle im selben Flugzeug. Ich kann Sie miteinander bekannt machen.«
»Vielen Dank«, sagte ich schwach.
»Nichts zu danken.« Ich spürte förmlich, wie er vor Wohlwollen strahlte. »Bis dann.«
Seufzend legte ich den Hörer auf, quartierte mich und mein Gepäck für die Nacht im Flughafenhotel ein und fuhr zur festgesetzten Zeit mit dem Taxi zu meiner Verabredung.
