Der Czillaner wirkte erstaunt.

»Ist der Norden nötig?«

»Ja. Das ist auch seine Sache, wissen Sie. Und bedenken Sie folgendes: Mir liegen Berichte über eine große Zahl von Neuzugängen vor, die Nord-Geschöpfe geworden sind.«

»Aber das ist doch ausgeschlossen!«

»Nein. Wir haben — hier im Süden nur 780 Hexagons, alle sorgfältig im Gleichgewicht. Die Bevölkerung wird vom Schacht am Leben und stabil gehalten, so daß sie die vorhandenen Hilfsmittel nie überfordert. Sie ist schon überbelastet. Wir verdoppeln die Bevölkerung, ist Ihnen das klar? Und sie nehmen kein Ende. Der Schacht hat also auf sein Notsystem zurückgegriffen und damit angefangen, auch die nördlichen Sechsecke aufzufüllen, damit er die Flut bewältigen kann. Und das heißt, daß Brazil jetzt auch viele Anhänger im Norden besitzt.«

»Aber er kann an der Nordpol-Zone nicht vorbei«, wandte der Czillaner ein. »Sie wissen, daß die Schacht-Zugänge so nicht funktionieren.«

»Ich weiß nur, daß vor Jahrhunderten ein ganzer Haufen von Südländern, Tschang eingeschlossen, nach Norden ging. Wir können es uns nicht leisten, irgend etwas zu übersehen. Es sähe dem Mistkerl ähnlich, nach Zone zurückzukommen, zu Zone Nord zu gehen und eine Avenue von der anderen Seite her zu erreichen. Wer würde damit rechnen?«

»Ich veranlasse die Ratssitzung«, erwiderte das Pflanzengeschöpf bescheiden. »Sonst noch etwas?«

»Ja. Ich brauche so schnell wie möglich Berichte über Tschang und die beiden anderen, die mit ihr hergekommen sind. Ich möchte wissen, was sie sind, wo sie sind und was sie jetzt treiben. An die Arbeit!«

Der Czillaner entfernte sich eilig, und die Tür zur Ulik-Botschaft in Zone Süd schloß sich zischend. Serge Ortega lehnte sich müde auf seinen massiven, geringelten Schlangenschwanz zurück und seufzte, die sechs Arme nachdenklich verschränkt. Er schaukelte langsam hin und her, als meditiere er. Tatsächlich war er tief in Gedanken. Man hörte keinen Laut.



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