
Er würde toben vor Wut.
Aber ich kann nicht zulassen, daß er mir mein Leben vorschreibt. Eines Tages wird er Jim richtig kennenlernen, und er wird sehen, wie glücklich ich mit ihm bin. Halb sieben ...
zwanzig vor sieben ...
Viertel vor sieben ...
zehn vor sieben ... Von Jim war immer noch nichts zu sehen. Ashley bekam es allmählich mit der Angst zu tun.
Was konnte nur dazwischengekommen sein? Sie beschloß ihn anzurufen. Niemand meldete sich,
fünf vor sieben . Er kommt bestimmt jeden Moment. Sie hörte von fern den Zug pfeifen und schaute auf ihre Uhr.
Eine Minute vor sieben. Der Zug fuhr in den Bahnhof ein. Sie stand auf und blickte sich hektisch um.
Irgendwas Schreckliches muß ihm zugestoßen sein. Vielleicht hatte er einen Unfall und liegt im Krankenhaus. Ein paar Minuten später stand Ashley da und sah zu, wie all ihre Träume zerstoben, als der Zug nach Chicago abfuhr. Sie wartete noch eine halbe Stunde und rief dann erneut bei Jim an. Als sich wieder niemand meldete, ging sie langsam und unglücklich nach Hause.
Mittags saß Ashley mit ihrem Vater in einem Flugzeug nach London.
Ashley ging zwei Jahre lang in London aufs College, und da sie festgestellt hatte, daß sie gern mit Computern arbeiten wollte, bewarb sie sich für das begehrte MEI-Wang-Stipendium für Frauen in technischen Berufen an der Universi-ty of California in Santa Cruz. Sie wurde angenommen, und drei Jahre später wurde sie bei der Global Computer Graphics Corporation eingestellt.
Anfangs hatte Ashley eine Handvoll Briefe an Jim Cleary geschrieben, doch sie hatte sie alle wieder zerrissen. Sein Verhalten, vor allem aber sein Stillschweigen, verrieten ihr nur allzu deutlich, was er für sie empfand.
Die Stimme ihres Vaters riß Ashley in die Gegenwart zurück. »Du bist ja völlig abwesend. Worüber denkst du nach?« Ashley musterte ihren Vater über den Tisch hinweg. »Über gar nichts.«