
Sie näherten sich dem Fort. Die hohen Mauern schimmerten gelblich und fahl; das natürliche Weiß der Bruchsteine war durch Sonne, Wind und Regen verfärbt worden. Die Schießscharten waren leer, die Wehrgänge verlassen und das große Doppeltor fest verschlossen, gerade so, als würde das Fort belagert. MacNeil blickte suchend über das Gras der Lichtung. Es gab keine Spuren, die darauf hingewiesen hätten, dass jemand vor kurzem hier gewesen war. Anscheinend war von den ausgeschickten Boten keiner so weit gekommen. Dieser Waldabschnitt war berühmt und berüchtigt für seine vielen Wegelagerer und Banditen.
Zwar wurden die wichtigen Verbindungswege streng bewacht, doch auf den Nebenstrecken gingen einzelne Reisende ein hohes Risiko ein. Räuber, Meuchler und Gauner aller Art hatten in den Nach-kriegswirren diese Gegend zu ihrer Domäne gemacht. Etliche gefürchtete Banden wie die von Jimmy Klumpfuß oder Ketten-Kaal hatte man gejagt und zur Strecke gebracht, doch nun trieben deren Nachfolger ihr Unwesen. Der Wald zog aber beileibe nicht nur böse Menschen an; es gab auch solche wie Tom von der Heide, der sich verirrter Wanderer annahm, oder Vogelscheuchen-Jack, den verrückten Kauz, der sich selbst als Baumbeschützer bezeichnete und an arme Leute verteilte, was er den Reichen und Fetten, die sein Revier passierten, abgenommen hatte. Dennoch war der Wald sehr gefährlich und die Boten des Königs hatten ebenso viel zu befürchten wie jeder andere, der allein unterwegs war.
Kopfschüttelnd blickte MacNeil auf die Grenzfeste.
