
Das dumpfe, gleichmäßige Schlagen der Hufe tönte in der Stille des Waldes laut und vernehmlich. Die Vögel hörten zu singen auf und das Wild hielt sich in den Schatten ringsum zurück. MacNeil führte die Hand ans Schwert, das an seiner Seite hing, und löste die Klinge in der Scheide. Er traute dem scheinbaren Frieden nicht und wollte kein Risiko eingehen. Sein Blick fiel auf eine Gruppe toter Bäume zur Linken. Sie waren verdreht und hohl, von innen heraus verfault. Über das knorrige, kahle Geäst wucherten Flechten. Auch nach zehn Jahren gab es weiterhin Stellen im Hag, die sich von der langen Nacht immer noch nicht erholt hatten.
Plötzlich gelangte MacNeil an den Rand einer Lichtung. Er hielt das Pferd an und beugte sich vor. Das Licht war so hell, dass er die Augen mit der Hand abschirmen musste. Er schaute und lächelte. Genau in der Mitte der weiten Lichtung stand die Grenzfeste, ein gewaltiges steinernes Bauwerk mit zwei massiven, eisenbeschlagenen Toren. An Stelle von Fenstern wies es nur eine Reihe von schmalen Schießscharten auf. MacNeil sah sich das Fort genauer an. Die zwei Tore waren fest verschlossen und es schien sich dahinter nichts zu rühren. Unter der späten Nachmittagssonne brüteten die dicken Mauern still und rätselhaft vor sich hin.
MacNeil richtete sich im Sattel wieder auf und krauste argwöhnisch die Stirn. Weder an den Toren noch auf der hohen Brustwehr waren Wachposten zu sehen.
