Dass er Constance gewählt hätte, ließ sich allerdings so nicht sagen. In Wahrheit war er dermaßen lange unschlüssig gewesen, dass seine Vorgesetzten die Geduld verloren und ihm die Wahl abgenommen hatten.

Constance war sehr viel jünger, als er angenommen hatte, aber da sie in der Akademie der Mondschwestern ausgebildet worden war, hatte er keinerlei Zweifel an ihren Zauberkräften. Aus der Schwesternschaft waren bislang nur überaus tüchtige Hexen hervorgegangen. Entweder schaffte eine Schülerin die Abschlussprüfung mit Bravour, oder aber sie endete in einem anonymen Grab, nachdem man ihren Namen aus allen Listen getilgt hatte.

MacNeil nickte der Hexe höflich zu und sagte: »Wir sind angekommen, Constance. Das ist die Feste, die für so viel Unruhe gesorgt hat.«

»Sieht ziemlich schäbig aus«, meinte sie. »Hat sich schon jemand blicken lassen?«

»Noch nicht. Sobald die anderen nachgekommen sind, schauen wir uns die Anlage aus der Nähe an. Mal sehen, ob sie überhaupt noch bewohnbar ist.«

Constance warf ihm einen Blick zu. »Willst du etwa da die Nacht verbringen?«

MacNeil zuckte mit den Achseln. »Es zieht ein Gewitter auf, und wenn mich nicht alles täuscht, wird's mächtig stürmen. Du kannst ja draußen schlafen, wenn's dir lieber ist. Ich hätte allerdings zur Abwechslung gern mal ein festes Dach überm Kopf. Du bist noch nicht lange im Einsatz, Constance. Als Erstes solltest du lernen, Annehmlichkeiten dankbar in Anspruch zu nehmen, wo immer sie sich bieten. Denn unsereins kommt nur selten in ihren Genuss. Bis es dunkel wird, bleibt uns noch genügend Zeit, das Fort gründlich zu inspizieren.«



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