
Constance schüttelte den Kopf. »Ich weiß nicht, Sergeant, ich glaube…«
»Constance«, sagte MacNeil in freundlichem Ton, »unser Trupp hat nur einen Anführer, und das bin ich. Ich habe mir für dich Zeit genommen und dir meine Gründe dargelegt, weil du neu bei uns und zum ersten Mal im Einsatz bist. Immer werde ich das nicht tun. Wenn ich etwas befehle, erwarte ich, dass entsprechend gehandelt wird, und zwar widerspruchslos. Ist das klar?«
»Vollkommen«, antwortete Constance kühl. Sie wandte sich von ihm ab und musterte das Fort mit großer Aufmerksamkeit. »Ich nehme an, du wirst schon bemerkt haben, dass auf der Brustwehr keine Wachposten stehen.«
»Ja.«
»Ob sie alle fahnenflüchtig sind?«
MacNeil zuckte mit den Schultern. »Möglich. Aber was könnte dann mit den vielen Boten passiert sein, die der König ausgeschickt hat?«
Constance schürzte die Lippen und tat nachdenklich. Sie wollte MacNeil beeindrucken, konnte aber auf die große Distanz zu dem anscheinend verlassenen Fort nichts erkennen, was ihnen weitergeholfen hätte. Sie musste noch lernen, ihr Zweites Gesicht zu gebrauchen, jene magische Mischung aus Voraussicht und Einsicht, was ihr jedoch Schwierigkeiten bereitete. Die ließen sich leider nur durch Erfahrung überwinden, weshalb man sie in einen Rangertrupp gesteckt hatte. Dort würde sie am schnellsten von einer Hexe zur Zaubermeisterin aufsteigen können. Wenn sie denn überlebte.
Sie hörte Geräusche im Rücken, drehte sich um und sah die anderen aus den Schatten des Waldes auftauchen.
Flint und der Tänzer lenkten ihre Pferde über den krummen Pfad. Beide waren sehr gewandt und zeigten sich völlig entspannt.
Jessica Flint war eine gut aussehende Brünette Ende zwanzig. Sie trug ihr Haar kurz geschnitten wie ein Mann und hätte eine rundliche Figur gehabt, wenn sie weniger muskulös gewesen wäre. Sie war eine tüchtige Schwertkämpferin und sah auch so aus.
