
Du fragtest, womit wir fahren werden? Wir laufen! Du wirst gleich sehen!“ Er führte sie in den Bahnhof zurück. Als Olga die Halle betrat, erblickte sie einen jungen Mann, der sogleich auf sie zukam und ihren Mann begrüßte.
„Darf ich vorstellen“, sagte Melnikow, „meine Frau, Olga Sergejewna, und das, Olga, ist Leonid Nikolajewitsch Orlow; er wird mit uns fliegen.“ Der junge Mann verbeugte sich und gab Olga die Hand. Dies tat er so behutsam, daß sie sogleich spürte, welch gewaltige Körperkraft Orlow besaß. Da er sehr hager war, wirkte er größer, und Olga zweifelte nicht an seinen eisernen Muskeln.
Er hatte ein stark sonnverbranntes Gesicht, einen schmalen Mund und ungewöhnlich schöne Augen, deren Blau ins Grünliche spielte. Von langen schwarzen Wimpern eingefaßt, wirkten sie wie zwei makellos klare Aquamarine.
Olga wußte, wer Orlow war. Er hatte sich trotz seiner Jugend bereits als Astronom einen Namen gemacht. Belopolski, der mit seinem Urteil stets sehr vorsichtig war, nannte ihn seinen talentiertesten Schüler.
„Was führt Sie hierher?“ fragte Melnikow.
„Ich möchte mir endlich einmal unser Raumschiff ansehen.“
„Was?“ rief Olga erstaunt. „Sie haben es noch nicht gesehen?“ Orlow lachte. Sein Lachen war rein und glockenhell wie das eines jungen Mädchens. Das Weiß seiner Zähne schien sein Gesicht aufzuhellen.
„Ich bin kein enthusiastischer Kosmonaut“, sagte er. „Ich fliege nur deswegen mit, weil diese Expedition auch auf einem Asteroiden landen will. Asteroiden sind nämlich meine Spezialität.“
„Interessiert Sie etwa das Schiff nicht?“
„Wie Sie sehen, interessiert es mich. Aber ich hatte bisher keine Zeit, es mir anzusehen. Außerdem…“ Er beugte sich vor und flüsterte Olga ins Ohr: „Ich habe Angst vorm Fliegen. Ich fürchte, nach dem Anblick des Raumschiffes mein seelisches Gleichgewicht zu verlieren. Sagen Sie bloß Boris Nikolajewitsch nichts davon!“
