„Das kann doch nicht Ihr Ernst sein.“

„Aber gewiß doch! Ich habe Angst, und ich finde das gar nicht beschämend.“

„Warum haben Sie sich denn bereit erklärt, zu fliegen?“

„Es muß sein“, erwiderte er schlicht.

Aus dem Ton, in dem diese Worte gesprochen wurden, schloß Olga, daß Orlow vor nichts zurückschrecken würde, was immer die Wissenschaft von ihm auch verlangen mochte.

Melnikow öffnete eine hohe zweiflügelige Tür. Olga hatte erwartet, in einen weiteren Raum zu treten, aber es war ein Irrtum.

Hinter der Tür führte eine schmale Marmortreppe nach unten.

Sie gelangten auf einen Bahnsteig, der so sehr einem Bahnsteig der Metro glich, daß Olga verdutzt auf der untersten Stufe stehen blieb.

Alles war hier unten wie auf einer U-Bahn-Station. Blanker Steinfußboden, Marmorwände mit Bronzeverzierungen, eine schwarze Tunnelöffnung, Schienen und figurative Beleuchtungskörper an der halbrunden Decke. Aber alles war so klein gehalten, daß es eher wie das Modell einer Station wirkte. Am Bahnsteig stand ein winziger hellblauer Wagen, der ebenso wie die Metrozüge Schiebetüren besaß. Im Innern befanden sich Polstersitze. Den Abmessungen und der Anzahl der Sitze nach war der Wagen offenbar für zehn Personen berechnet. Stehen konnte man darin nicht, sondern nur sitzen wie in einem Auto.

„Was ihr hier seht“, sagte Melnikow, „ist das Verkehrsmittel unseres modernen Raketenflughafens. Na, wie gefällt es euch?“

„Ich finde es interessant“, antwortete Orlow.

„Und wer steuert den Wagen?“ fragte Olga.

„Niemand. Unsere Metro ist voll automatisiert. Seht einmal, auf der Tafel brennt ein grünes Lämpchen. Das heißt: Die Strecke ist frei, Sie können fahren. Ich bitte, Platz zu nehmen!“



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