
„Also ist dies nicht der einzige Wagen?“
„Setzt euch! Ihr werdet es gleich sehen.“ Olga bückte sich, stieg ein und setzte sich. Ihre Begleiter folgten ihr. Vorn, hinten und an den Seiten des Wagens befanden sich Fenster, und wenn man voraus in den Tunnel blickte, der sich ins Ungewisse verlor, konnte man eine lange Reihe von grünen Lichtern erkennen. Auch hinter sich sah man eine Lichterkette. Allerdings war der Tunnel nach vorne zu gerade und lief in der Ferne zu einem Punkt zusammen, während er nach hinten seitwärts abbog.
Melnikow setzte sich neben Olga.
„Drück auf den Knopf mit der Aufschrift ›Zentrale‹“, sagte er.
„Das ist ja ganz wie im Fahrstuhl.“
„Es ist dasselbe Prinzip.“ An jedem Sitz war eine kleine Tafel mit zwei Knöpfen angebracht. Auf dem einen stand „Zentrale“, auf dem anderen „Hafen“. Olga drückte auf den ersten.
Die Türen schlossen sich, der Wagen fuhr weich an.
„Schaut einmal nach hinten“, sagte Melnikow.
Als sie sich umdrehten, sahen sie, daß ein Triebwagen, der wie der ihre aussah, auf dem frei gewordenen Platz hielt.
„Wieviel solcher Wagen gibt es hier?“ fragte Olga.
„Vier. Zwei am einen Ende der Linie und zwei am anderen.“
„Aber dann können sich doch manchmal alle vier an einem Ende stauen“, sagte Orlow.
„Nein. Wenn niemand von der Zentrale zum Flughafen fahren will, rollt, sobald unser Wagen auf halber Strecke ist, automatisch ein Wagen von dort ans andere Ende des Gleisnetzes.
Unsere Metro ist mit Verstand gebaut“, setzte Melnikow hinzu.
„Und wo verläuft der Gegenverkehr?“
„Nebenan. In einem parallel angelegten Tunnel.“ Während dieses kurzen Gesprächs hatte der Wagen seine volle Geschwindigkeit erreicht. Die grünen Lichter huschten an den Fenstern vorüber. In der Ferne war schon der helle Fleck einer Station zu erkennen.
