
„Alles! Ihr ganzes Leben vom Augenblick Ihrer Geburt an.“
„Mein Leben ist sehr einfach“, begann Wtorow unschlüssig.
„Das tut nichts zur Sache, erzählen Sie!“ Melnikow lächelte, um sein Gegenüber zu ermuntern. Dieses offenherzige Lächeln stand in seltsamem Widerspruch zu dem strengen Ausdruck seiner ungewöhnlich ruhigen Augen.
Was für wunderschöne Augen er hat! dachte Wtorow.
Er fing an zu erzählen. Mit jedem Wort wurde seine Stimme ruhiger.
Wtorow war sehr erregt gewesen, als er dieses Gebäude, das Kosmische Institut der Akademie der Wissenschaften der UdSSR, betreten hatte. Sollte, doch darin über sein ganzes weiteres Leben entschieden werden. Mit klopfendem Herzen hatte er die Schwelle dieses Arbeitszimmers überschritten. Die Nähe des berühmten Kosmonauten lähmte im ersten Augenblick sein Denken, und es fiel ihm schwer, die richtigen Worte zu finden.
Jedoch allmählich beruhigten ihn Melnikows freundlicher Ton und seine kollegiale Haltung.
Er sprach, und Melnikow, der die Arme auf den Tisch und das Kinn auf die Hände gestützt hatte, hörte aufmerksam zu.
Wtorows Schilderung nahm nicht viel Zeit in Anspruch. Schule, Komsomol, Institut, drei Jahre Arbeit in einem Projektierungsbüro und der Entschluß, sein ganzes Leben der Raumfahrt zu weihen — das war alles, was er von sich zu berichten wußte.
„Sie sagen, daß Sie vor kurzem geheiratet haben?“ fragte Melnikow. „Wie steht denn Ihre Frau zu Ihrem Vorhaben?“
„Sie ist voll und ganz damit einverstanden.“
„Gut. Ich werde dem Expeditionsleiter alles vortragen. Kommen Sie übermorgen früh wieder. Damit wir keine Zeit verlieren, gebe ich Ihnen aber schon ein paar Zeilen mit für den Expeditionsarzt, Stepan Arkadjewitsch Andrejew. Fahren Sie zu ihm. Sie sehen zwar sehr gesund aus, aber ob Sie es sind, das muß geprüft werden.“ Nachdem Wtorow gegangen war, blieb Melnikow eine Weile tief in Gedanken versunken sitzen. Der Besuch des jungen Ingenieurs und die Unterhaltung mit ihm riefen jenen weit zurückliegenden Abend ins Gedächtnis zurück, an dem er selber mit den gleichen Absichten wie Wtorow zu Kamow gegangen war.
