In den acht Jahren, die seitdem vergangen waren, hatte Melnikow sich’ sehr verändert. Er war als Siebenundzwanzigjähriger gegangen, den man jedoch seinem Aussehen nach für zwanzig hätte halten können. Inzwischen war aus ihm ein Fünfunddreißigjähriger geworden, der älter aussah, als es seinen Jahren entsprach. Die jugendliche Rundung seiner Wangen und der fröhliche Glanz seiner Augen waren verschwunden. Was er auf dem Mars erlebt hatte, die Teilnahme an den beiden schwierigen Mondexpeditionen und die angestrengte geistige Arbeit — all das hatte ihm seinen Stempel aufgedrückt. Um die Mundwinkel zeichneten sich erste Falten ab, und der Ausdruck seiner Augen wurde von jener unerschütterlichen Ruhe geprägt, die ihn seinerzeit bei Kamow beeindruckt hatte. Über die linke Stirnhälfte zog sich eine tiefe Narbe, als Erinnerung an einen tragischen Unfall — ein Meteorit hatte den Tank ihres Geländewagens durchschlagen und eine Explosion verursacht. Er und Paitschadse waren damals nur wie durch ein Wunder gerettet worden. An seiner linken Hand fehlte ein Finger — er hatte ihn beim Sturz in einen Mondspalt verloren, der zum Glück nicht tief gewesen war.

Viele andere Zwischenfälle hafteten ihm noch im Gedächtnis.

Jeden Schritt eines Sternfahrers umlauern tödliche Gefahren.

Die Natur gibt ihre Geheimnisse nicht gern preis. Jedes muß man ihr mit Gewalt entreißen. Der Erforscher des kosmischen Raumes muß umfangreiche Kenntnisse und grenzenlosen Mut besitzen, muß fest mit seiner Arbeit verbunden und jeden Augenblick bereit sein, für sie sein Leben zu lassen. Kamows Verhalten beim tragischen Start von „SSSR-KS 2“ auf dem Mars war zum ewigen Vorbild für alle Raumfahrer geworden.

Melnikow, der sich nüchtern einschätzte, wußte, daß er heute alle notwendigen Eigenschaften besaß.



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