
Wann werden diese gefahrvollen Flüge aufhören? Wann wird er für immer bei mir bleiben? sann Olga. — Ach, wenn er doch krank würde und immer auf der Erde bleiben müßte!
Aber sie kannte die eiserne Gesundheit ihres Mannes sehr gut. Ein tiefer Seufzer entrang sich ihrer Brust.
Start in die Ferne
Der 20. Juni zeigte sich als ein ausgesucht schöner Tag. Keine einzige Wolke stand am Himmel, und ein lauer Wind spielte mit den bunten Fahnen auf dem eisernen Zaun des Raketenstartplatzes. Das Flugfeld, das über Nacht von Sprengwagen gründlich besprengt worden war, erglänzte feucht in makelloser Sauberkeit. Der interplanetare Bahnhof, ebenfalls mit Fahnen geschmückt und innen und außen gründlich in Ordnung gebracht, sah festlich aus, wie es sich für den feierlichen Tag gehörte.
Schon am frühen Morgen wimmelten die Straßen von Autos.
Die meisten allerdings blieben im Weichbild der Stadt und umlagerten den Raketenstartplatz. Ein Omnibus nach dem anderen kam an, und immer mehr Moskauer strömten herbei, um den Start von „SSSR-KS 3“ mitzuerleben.
Nach Kamowsk konnte man nur mit Sonderausweisen hinein.
Den Bahnhof selbst durften noch weniger Menschen betreten.
Die meisten mußten mit einem Platz in der Umgebung der Stadt vorliebnehmen, und bereits gegen zehn Uhr sah man hier überall Menschenmengen, und die Luft hallte wider von Stimmengewirr. Noch die abgelegensten und schlechtesten Straßen standen voller Autos und Omnibusse. Die Fernverkehrsstraße blieb denen vorbehalten, die in die Stadt hineinfahren durften.
Tausende Neugierige, die die Kosmonauten sehen wollten, säumten sie und drängten fast bis zur Mitte der Fahrbahn vor, so daß die Autos kaum weiter konnten. Sie mußten abbremsen und wanden sich buchstäblich zwischen den lebenden Mauern hindurch.
Wenn ein Expeditionsteilnehmer vorüberfuhr, wurde er stürmisch begrüßt. Die meisten Menschen erkannten die Sternfahrer wieder, weil sie deren Bilder in den Zeitungen gesehen hatten.
