
„Langer Abschied — unnütze Tränen!“ sagte Kamow so laut, daß es alle hören konnten. „Gehen wir an Bord, Konstantin Jewgenjewitsch!“
„Wir haben bloß auf Sie gewartet“, erwiderte Belopolski schlagfertig wie immer.
„Ich bitte die Expeditionsteilnehmer, sich um mich zu sammeln!“ rief Melnikow.
Paitschadse trat als erster zu ihm, nachdem er Frau und Tochter geküßt hatte. Die Tochter an der Hand, ging Nina Artschillowna zur Treppe.
Dem Beispiel der Familie Paitschadse folgten auch die anderen. Die Halle leerte sich. Nur die Raumfahrer und die Mitglieder der Regierungskommission blieben zurück.
„Abschiedsreden sind bei unseren Starts nicht üblich“, sagte Kamow. „Also kurz und gut: Glückliche Reise!“ Er küßte Belopolski dreimal und gab allen übrigen die Hand.
Olga war noch nicht hinaufgegangen. Sie stand neben Melnikow und hielt ganz fest seine Hand. Selbst in diesem letzten Augenblick wahrte sie nach außen hin Ruhe. Der Charakter Kamows, der sich in jeder Lage zu beherrschen wußte, äußerte sich auch in seiner Tochter.
„Olga!“ rief Kamow.
Wortlos küßte sie ihren Mann — ihm kamen ihre Lippen so kalt vor, als wären sie gefroren — und ging zu ihrem Vater.
Mit schier unwiderstehlicher Gewalt trieb es Melnikow, ihr nachzueilen. Er wollte sie noch einmal an sich drücken. Aber er wußte, daß dies unmöglich war. Seine Kameraden sahen ihn an.
Er hatte nicht das Recht, ihnen ein Beispiel von Schwäche zu geben.
„Also fahren wir!“ rief Paitschadse ausgelassen. „Wer steigt mit mir in den ersten Wagen?“ Er faßte Stanislaw Korzewski unter und ging mit ihm auf die Tür der Metro zu. Er sah sich nicht einmal mehr um — wie gern hätte er Kamow noch einmal in die Augen gesehen — und ging die Treppe hinunter.
„Werden Sie uns zur Startbahn begleiten?“ fragte Belopolski zögernd Kamow.
