
Ser Vardis stieß sich mit dem hinteren Fuß ab, und seine Silberklinge senkte sich in weitem Bogen. Bronn schlug sie zur Seite und tänzelte davon. Der Ritter krachte in die weinende Frau hinein, brachte sie auf ihrem Sockel zum Wanken. Taumelnd trat er zurück und drehte den Kopf auf der Suche nach dem Feind hierhin und dorthin. Das Schlitzvisier im Helm engte seine Sicht ein.
«Hinter Euch, Ser!«rief Lord Hunter zu spät. Bronn schwang sein Schwert mit beiden Händen, traf Ser Vardis am Ellbogen seines Schwertarmes. Das dünne Metall, das sein Gelenk schützte, knirschte. Der Ritter stöhnte, fuhr herum, riß seine Waffe hoch.
Diesmal blieb er stehen. Die Schwerter flogen, und ihr stählernes Lied erfüllte den Garten und hallte von den weißen Türmen der Eyrie zurück.
«Ser Vardis ist verletzt«, stellte Ser Rodrik mit ernster Stimme fest.
Man mußte es Catelyn nicht sagen. Sie hatte Augen, sie konnte das helle Rinnsal von Blut sehen, das dem Ritter über den Unterarm bis zum Ellenbogen lief. Jede Parade erfolgte jetzt etwas langsamer und etwas niedriger als zuvor. Ser Vardis wandte dem Feind die Seite zu, versuchte mit dem Schild zu blocken, aber Bronn schlich flink wie eine Katze um ihn herum. Der Söldner schien immer stärker zu werden. Seine Hiebe hinterließen nun Spuren. Die Rüstung des Ritters war von tiefen, schimmernden Dellen übersät, an seinem rechten Oberschenkel, seinem schnabelförmigen Visier, quer über den Brustharnisch, eine lange vorn an der Halsberge. Das Medaillon mit Mond und Falke an Ser Vardis' rechtem Arm war sauber in zwei Hälften geschnitten und hing nur noch an einem Riemen. Die Zuschauer konnten durch die Luftlöcher in
