Das laute Klirren von Stahl auf Stahl brachte Catelyn wieder in die Gegenwart zurück. Ser Vardis stürmte heftig auf Bronn ein, trieb ihn mit Schild und Schwert vor sich her. Der Söldner bewegte sich rückwärts, parierte jeden Hieb, sprang leichtfüßig über Stein und Wurzel, wobei er den Gegner nie aus den Augen ließ. Er war schneller, wie Catelyn auffiel. Das silberne Schwert des Ritters kam nie auch nur in seine Nähe, doch seine eigene, häßliche, graue Klinge schlug eine Kerbe in Ser Vardis' Schulterharnisch.

Das kurze Aufflammen des Kampfes endete so schnell, wie es begonnen hatte, als Bronn einen Schritt zur Seite tat und hinter die Statue der weinenden Frau trat. Ser Vardis hieb dorthin, wo er gestanden hatte, und sein Schwert traf funkensprühend den hellen Marmor von Alyssas Oberschenkel.

«Sie kämpfen nicht gut, Mutter«, beklagte sich der Lord über die Eyrie.»Ich will, daß sie richtig kämpfen.«

«Das werden sie, mein süßer Liebling«, beruhigte ihn die Mutter.»Der Söldner kann nicht den ganzen Tag weglaufen.«

Einige der Lords auf Lysas Terrasse rissen bereits derbe Witze, während sie sich Wein nachschenkten, doch auf der anderen Seite des Gartens beobachteten Tyrion Lannisters ungleiche Augen den Tanz der Recken, als gäbe es sonst nichts auf der Welt.

Überraschend stürmte Bronn hinter der Statue hervor, ging noch immer links herum, richtete einen doppelhändigen Hieb gegen die ungeschützte rechte Seite des Ritters. Ser Vardis blockte ab, wenn auch unbeholfen, und die Klinge des Söldners blitzte aufwärts zu seinem Kopf. Metall klirrte, und eine Falkenschwinge brach knirschend ab. Ser Vardis tat einen halben Schritt nach hinten, um sich zu sammeln, hob seinen Schild. Eichenspäne flogen, als Bronns Schwert auf die hölzerne Mauer eindrosch. Wieder trat der Söldner nach links, fort von dem Schild, und traf Ser Vardis am Bauch, wobei seine messerscharfe Klinge in der Rüstung des Ritters einen hellen Spalt zurückließ.



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