Ein hölzernes Podium war errichtet worden, um Roberts Stuhl zu erhöhen. Dort saß der Lord über die Eyrie, kicherte und klatschte in die Hände, während ein buckliger Puppenspieler in blauweißem Narrenkleid zwei hölzerne Ritter aufeinander einhacken ließ. Krüge mit dicker Sahne und Körbe voller Brombeeren waren verteilt worden, und die Gäste tranken süßen, nach Orangen duftenden Wein aus verzierten Silberbechern. Ein Narrenfest, hatte Brynden es genannt. Wie recht er hatte.

Auf der anderen Seite der Terrasse lachte Lysa fröhlich über einen Scherz von Lord Hunter und biß vorsichtig in eine Brombeere an der Spitze des Dolches von Ser Lyn Corbray. Diese beiden Freier standen in Lysas Gunst am höchsten… heute zumindest. Nur schwerlich hätte Catelyn sagen können, welcher der beiden ungeeigneter gewesen wäre. Eon Hunter war noch älter, als Jon Arryn es gewesen war, halb verkrüppelt von der Gicht und mit drei streitsüchtigen Söhnen geschlagen, einer habgieriger als der andere. Ser Lyn frönte einer ganz anderen Narretei: schlank und gutaussehend, war er der Erbe eines uralten, wenn auch verarmten Hauses, dabei eitel, leichtsinnig und aufbrausend…und, wie man flüsterte, notorisch desinteressiert am intimen Charme der Frauen.

Lysa erblickte Catelyn und hieß diese mit schwesterlicher Umarmung und feuchtem Kuß an den Hals willkommen.»Ist es nicht ein wunderbarer Morgen? Die Götter lächeln auf uns herab. Koste einen Becher von diesem Wein, liebe Catelyn. Lord Hunter war so gut, ihn aus seinen eigenen Kellern bringen zu lassen.«

«Danke, nein, Lysa, wir müssen reden.«

«Später«, vertröstete ihre Schwester sie und wollte sich schon abwenden.

«Jetzt. «Catelyn sprach lauter, als sie beabsichtigt hatte. Männer wandten sich um.»Lysa, du kannst nicht allen Ernstes mit dieser Torheit fortfahren. Lebend besitzt der Gnom einen Wert für uns. Tot ist er nur Futter für die Krähen. Und sollte sein Streiter sich behaupten…«



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