«Die Chancen dafür stehen schlecht, Mylady«, versicherte ihr Lord Hunter und klopfte ihr mit einer von Leberflecken übersäten Hand auf die Schulter.»Ser Vardis ist ein kühner Kämpfer. Er wird mit dem Söldner kurzen Prozeß machen.«

«Wird er das, Mylord?«sagte Catelyn kühl.»Das ist die Frage. «Sie hatte Bronn auf der Bergstraße kämpfen sehen. Daß er die Reise überlebt hatte, während andere Männer gefallen waren, durfte man nicht dem Zufall anrechnen. Er bewegte sich wie ein Panther, und dieses häßliche Schwert, das er sein eigen nannte, schien an seinem Arm wie festgewachsen.

Lysas Freier sammelten sich um sie wie Bienen um eine Blüte.»Frauen verstehen nur wenig von diesen Dingen«, sagte Ser Morton Waynwood.»Ser Vardis ist ein Ritter, Mylady. Dieser andere Bursche, nun, solche wie er sind allesamt im Herzen Feiglinge. Nützlich in der Schlacht, wenn Tausende Gefährten um sie sind, doch stehen sie allein, verläßt sie gleich die Mannhaftigkeit.«

«Angenommen, Ihr hättet damit recht«, sagte Catelyn so höflich, daß ihr Mund schmerzte.»Was gewinnen wir durch den Tod des Gnoms? Glaubt Ihr, es würde Jaime auch nur einen Deut interessieren, ob wir seinen Bruder vor Gericht gestellt haben, bevor wir ihn vom Berg stoßen?«

«Enthauptet den Mann«, schlug Ser Lyn Corbray vor.»Wenn man dem Königsmörder den Kopf des Gnoms schickt, wird ihm das eine Warnung sein.«

Ungeduldig schüttelte Lysa das hüftlange, kastanienbraune Haar.»Lord Robert will ihn fliegen sehen«, sagte sie, als klärte das die Frage.»Und der Gnom hat es allein sich selbst zuzuschreiben. Er war es, der die Prüfung durch den Kampf gefordert hat.«

«Lady Lysa blieb keine ehrenhafte Möglichkeit, ihm dies zu verweigern, und hätte sie es auch gewollt«, erklärte Lord Hunter gewichtig.

Ohne die Gegenwart der Männer zu beachten, drang Catelyn auf ihre Schwester ein.»Ich erinnere dich daran, daß Tyrion Lannister mein Gefangener ist.«



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