
«Sein Hoher Vater war ganz Eurer Ansicht«, hörte sie eine Stimme neben sich. Sie wandte sich um und fand Maester Colemon vor, der einen Becher Wein in der Hand hielt.»Er wollte den Jungen als Mündel nach Dragonstone schicken, müßt Ihr wissen.. oh, vermutlich sollte ich darüber nicht sprechen. «Sein Adamsapfel hüpfte nervös unter der losen Ordenskette.»Ich fürchte, ich habe zuviel von Lord Hunters exzellentem Wein genossen. Die Aussicht auf ein Blutvergießen strapaziert meine Nerven…«
«Ihr täuscht Euch, Maester«, entgegnete Catelyn.»Es war Casterly Rock, nicht Dragonstone, und diese Vereinbarungen wurden erst nach dem Tod der Hand getroffen, ohne Zustimmung meiner Schwester.«
Der Kopf des Maesters zuckte derart heftig am Ende seines lächerlich langen Halses, daß er selbst halbwegs wie eine Puppe aussah.»Nein, ich bitte um Verzeihung, Mylady, doch
war es Lord Jon höchstselbst, der… «
Unter ihnen erklang laut eine Glocke. Hohe Herren und Dienstmädchen gleichermaßen unterbrachen, was sie gerade taten, und traten an die Balustrade. Unten führten zwei Gardisten in himmelblauen Umhängen Tyrion Lannister herein. Der pausbackige Septon der Eyrie begleitete ihn zur Statue in der Mitte des Gartens, einer weinenden Frau, die aus gemasertem Marmor gehauen war und zweifellos Alyssa darstellen sollte.
«Der böse, kleine Mann«, sagte Lord Robert kichernd.»Mutter, darf ich ihn fliegen lassen? Ich will ihn fliegen sehen.«
«Später, mein kleiner Liebling«, versprach Lysa.
«Erst die Prüfung«, leierte Ser Lyn Corbray,»dann die Hinrichtung.«
Einen Augenblick später erschienen die beiden Kontrahenten an verschiedenen Seiten des Gartens. Dem Ritter standen zwei junge Knappen zur Seite, dem Söldner der Waffenmeister der Eyrie.
Ser Vardis Egen steckte von Kopf bis Fuß in Stahl, einer schweren Rüstung über Kettenhemd und wattiertem Wappenrock.
