Große, runde Medaillons, bemalt mit dem blauen und cremefarbenen Siegel, das den Mond und den Falken des Hauses Arryn zeigte, schützten die verwundbare Verbindung von Arm und Brust. Ein metallener Rock bedeckte ihn von der Hüfte bis fast zum Knie, während um seinen Hals ein solider Ringkragen lag. Falkenschwingen sprossen aus den Seiten seines Helms, und sein Visier war ein spitzer Eisenschnabel mit schmalem Sehschlitz.

Bronn war so leicht gepanzert, daß er neben dem Ritter fast nackt aussah. Er trug nur ein schwarzes, öliges Kettenhemd über hartem Leder, einen runden, stählernen Halbhelm mit Nasenschutz und dazu eine Kettenhaube. Hohe Lederstiefel mit stählernen Schienbeinschützern an den Beinen, und Scheiben von schwarzem Eisen waren in die Finger seiner Handschuhe genäht. Doch fiel Catelyn auf, daß der Söldner seinen Gegner um einen halben Kopf überragte und größere Reichweite besaß… zudem war Bronn fünfzehn Jahre jünger, falls sie das richtig einschätzte.

Sie knieten im Gras neben der weinenden Frau, einander gegenüber, zwischen ihnen Lannister. Der Septon nahm eine facettierte Kristallkugel aus dem weichen Stoffbeutel an seiner Hüfte. Er hob sie hoch über den Kopf, und Licht brach sich in alle Richtungen. Regenbogen tanzten auf dem Gesicht des Gnoms. Mit hohem, feierlichem Singsang bat der Septon die Götter, herabzusehen und zu bezeugen, die Wahrheit in der Seele dieses Mannes zu ergründen, ihm Leben und Freiheit zu schenken, falls er unschuldig sei, oder ihn in den Tod zu schicken, sollte er Schuld tragen. Seine Stimme hallte von den umstehenden Türmen zurück.

Nachdem das letzte Echo verklungen war, ließ der Septon seine Kristallkugel sinken und entfernte sich eilig. Tyrion beugte sich vor und flüsterte Bronn etwas ins Ohr, bevor die Gardisten ihn abführten. Lachend stand der Söldner auf und wischte Gras vom Knie.

Robert Arryn, Lord über die Eyrie und Hüter des Grünen Tales, zappelte ungeduldig auf einem erhöhten Stuhl herum.»Wann kämpfen sie denn endlich?«fragte er unverblümt.



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