»Zuerst kam sie aus dem Südbereich. Vor kurzem sogar aus dem Inselreich, aus Wathort. Man hat behauptet, daß auf Wathort keine Magie mehr geübt wird. Aber sicher ist nichts. Diese Gegend war schon immer aufrührerisch und der Piraterie hold, und wie man so sagt, das Lügen ist den Händlern des Südens angeboren. Doch die Geschichte bleibt sich immer gleich: die Quellen der Zauberkraft sind versiegt.«

»Aber hier auf Rok …«

»Wir hier auf Rok haben nichts davon verspürt. Wir sind gegen Stürme, gegen Veränderungen, gegen alle Unbill geschützt, vielleicht zu gut geschützt. Was wirst du jetzt tun, Arren?«

»Ich werde wieder nach Enlad zurücksegeln, wenn ich meinem Vater den genauen Grund des Übels mitteilen und ihm sagen kann, wie es zu beheben ist.«

Wiederum blickte ihn der Erzmagier an, und dieses Mal blickte Arren, entgegen seines sonst so höflichen Benehmens, zur Seite. Er konnte nicht sagen, warum, denn nicht die geringste Spur von Unfreundlichkeit lag in dem Blick dieser dunklen Augen. Sie schauten ihn offen, ruhig und verständnisvoll an.

Alle Leute in Enlad schauten zu seinem Vater auf, und er war der Sohn des Prinzen. Kein Mensch hatte je gewagt, ihn nur als Arren, und nicht als den Prinzen von Enlad — Sohn des regierenden Prinzen — anzusehen. Der Gedanke, daß er nun dem Blick des Erzmagiers auswich, behagte ihm nicht, doch er konnte sich nicht dazu bewegen, den Blick zu erwidern. Es schien ihm, als ob die Welt um ihn sich wiederum erweitere, und nicht nur Enlad war jetzt ganz klein und unbedeutend geworden, sondern auch er. In den Augen des Erzmagiers stellte er nur eine winzige Gestalt in der ungeheuren Weite meerumspülter Länder dar, die von der Dunkelheit bedroht wurden.



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