
Er saß und zupfte an dem hellgrünen Moos, das zwischen den Sprüngen der Marmorplatten wuchs, und nach einer Weile hörte er seine eigene Stimme, die erst vor kurzem tiefer geworden war, sagen: »Ich werde tun, was Sie mich zu tun heißen!«
»Du hast deine Pflicht deinem Vater, nicht mir gegenüber zu erfüllen«, erwiderte der Erzmagier.
Seine Augen ruhten noch immer auf Arren, doch jetzt blickte der Junge auf. Als die Worte der Unterwerfung unter eines ändern Willen gesprochen worden waren, hatte er sich selbst vergessen. Jetzt erst erblickte er den Erzmagier, den größten Zauberer der Erdsee, den Mann, der die Schwarze Quelle von Fundar abgedämmt hatte, der den Ring von Erreth-Akbe aus den Gräbern von Atuan zurückgebracht und die tiefe Seemauer von Nepp erbaut hatte; er sah den Seefahrer, der das Meer von Astowell bis Selidor kannte, und er sah den noch einzig lebenden Drachenfürsten vor sich. Und dieser Mann kniete hier neben dem Brunnen, er war nicht sehr groß und nicht mehr jung, seine Stimme klang sanft, und seine Augen waren so tief wie die Nacht.
Arren sprang hastig aus seiner sitzenden Stellung auf und kniete sich förmlich, auf beiden Knien, vor ihm nieder. »Ehrwürdiger Herr«, stammelte er, »erlauben Sie mir, daß ich Ihnen diene!«
Seine Selbstsicherheit war verschwunden, sein Gesicht war gerötet, und seine Stimme zitterte.
An seiner Hüfte trug er ein Schwert in einer Scheide aus neuem Leder, das rote und goldene Verzierungen trug; das Schwert selbst jedoch war einfach und nicht verziert, die Griffstange aus versilberter Bronze war abgewetzt. Dieses Schwert zog er geschwind heraus und bot den Griff dar, wie es der Gefolgsmann tut, der sich seinem Prinzen unterwirft.
Der Erzmagier streckte seine Hand nicht aus, um den Schwertgriff zu erfassen. Er blickte ihn nur an und schaute dann auf Arren: »Das gehört dir, nicht mir«, sagte er, »und du bist keines Menschen Diener.«
