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Mr Morley war beim Frühstück nicht besonders guter Laune. Er mäkelte über den gebratenen Speck, wollte wissen, warum der Kaffee wie flüssiger Schlamm aussehe, und brummte, jede neue Sorte Cornflakes sei noch ungenießbarer als die vorhergehende.

Mr Morley war ein kleiner Mann mit energischem Unterkiefer und streitsüchtigem Kinn. Seine Schwester, die ihm den Haushalt führte, war groß und kräftig und sah aus wie ein Grenadier. Sie betrachtete ihren Bruder nachdenklich und fragte, ob das Badewasser wieder kalt gewesen sei.

Ziemlich widerwillig verneinte Mr Morley. Er warf einen Blick in die Zeitung und knurrte, die Regierung scheine nun von bloßer Unfähigkeit in einen Zustand regelrechten Schwachsinns überzugehen.

Miss Morley bestätigte mit tiefer Bassstimme, es sei einfach schändlich.

Nachdem sich Mr Morley eingehend über den Schwachsinn der Regierung ausgelassen hatte, trank er eine zweite Tasse von dem verachteten Kaffee und entledigte sich der eigentlichen Last, die ihn bedrückte.

«Die Mädchen», sagte er, «sind alle gleich! Wankelmütig, egoistisch – man kann sich in keiner Weise auf sie verlassen.»

«Gladys?», fragte der Grenadier, und Mr Morley knurrte: «Ja! Ihre Tante ist schwer erkrankt, und sie hat zu ihr nach Somerset fahren müssen.»

Miss Morley meinte: «Sehr unangenehm, mein Lieber, aber es ist doch wohl kaum ihre Schuld.»

Mr Morley schüttelte düster den Kopf.

«Woher soll ich wissen, dass die Tante wirklich einen Schlaganfall gehabt hat? Woher soll ich wissen, dass die ganze Sache nicht ein abgekartetes Spiel ist zwischen dem Mädchen und diesem höchst unpassenden jungen Mann, mit dem sie dauernd herumzieht? Der Bursche ist ein Taugenichts, wie er im Buche steht! Wahrscheinlich haben sie für heute einen Ausflug zusammen verabredet!»

«Aber nein, mein Lieber – ich kann mir nicht denken, dass Gladys so etwas tun würde. Du hast sie doch selbst immer sehr gewissenhaft gefunden.»



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