«Es sieht so aus, als habe der Tod in ganz unkünstlerischer Weise den Falschen ausgesucht. Der geheimnisvolle Grieche, der reiche Bankier, der berühmte Detektiv – wie natürlich hätte es sich gemacht, wenn einer von diesen erschossen worden wäre! Denn geheimnisvolle Ausländer können in Spionagegeschichten verwickelt sein, reiche Bankiers haben Verwandte, die von deren Tod profitieren, und berühmte Detektive bilden eine Gefahr für verbrecherische Elemente.»

«Wogegen der arme alte Morley niemandem etwas zuleide getan hat», ergänzte Japp missmutig.

«Vielleicht doch?»

Japp fuhr herum.

«Woran denken Sie?»

«An nichts. Nur eine zufällige Bemerkung.» Er berichtete Japp, dass Morley so nebenbei etwas über sein Physiognomiengedächtnis und das Wiederauftauchen eines bekannten Gesichts unter seinen Patienten gesagt hatte.

Japp machte ein bedenkliches Gesicht.

«Möglich ist es schon, nehme ich an. Aber es scheint ein bisschen weit hergeholt. Es muss jemand gewesen sein, der seine Identität verschleiern wollte. Unter den Patienten heute Morgen ist Ihnen niemand aufgefallen?»

Poirot murmelte: «Im Wartezimmer habe ich einen jungen Mann bemerkt, der aussah wie ein Mörder!»

Japp meinte überrascht: «Was meinen Sie damit?»

Poirot lächelte: «Mon cher – das war, als ich das Haus betrat! Ich war nervös, voll dummer Gedanken – enfin, ich war schlechter Laune. Alles erschien mir in einem unheilvollen Licht. Das Wartezimmer, die Patienten, sogar der Treppenläufer! In Wirklichkeit wird der junge Mann wohl nur böse Zahnschmerzen gehabt haben – das war alles!»

«Ich weiß, wie das ist», sagte Japp. «Trotzdem werden wir uns Ihren Mörder einmal näher ansehen. Wir werden uns alle möglichen Verdächtigen vornehmen, ob es nun Selbstmord ist oder nicht. Ich denke, das Nächste wird eine nochmalige Unterhaltung mit Miss Morley sein. Ich habe sie nur ganz kurz gesprochen. Natürlich war es ein schwerer Schlag für sie, aber sie gehört zu den Leuten, die nicht zusammenklappen. Kommen Sie, wir wollen mit ihr sprechen.»



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