
Poirot nickte, und Japp fragte: «Was ist dann noch passiert?»
Alfred dachte angestrengt nach.
«Dann ist nur noch die letzte Dame gekommen. Miss Shirty. Ich habe dauernd auf Mr Morleys Klingelzeichen gewartet – aber nichts –, und um ein Uhr ist die Dame ziemlich böse geworden.»
«Ist Ihnen nicht in den Sinn gekommen, ungerufen hinaufzugehen und nachzusehen, ob Mr Morley vielleicht frei war?»
Alfred schüttelte sehr energisch den Kopf.
«Mach ich nicht, Sir – würde mir nie im Traum einfallen. Für mich war der letzte Patient immer noch dort oben im Sprechzimmer. Meine Sache war es, auf die Klingel zu warten. Natürlich, wenn ich gewußte hätte, dass sich Mr Morley abgemurkst hat…»
«Ich verstehe – »Poirot machte eine Pause und fuhr dann fort:
«Hat Mr Morleys Selbstmord Sie überrascht, Alfred?»
«Ich war einfach platt. Soweit ich sehe, hat er nicht den geringsten Grund gehabt, sich umzubringen – oh! Er ist doch nicht etwa ermordet worden?»
Ehe Japp etwas sagen konnte, griff Poirot ein: «Angenommen, das wäre der Fall – wären Sie dann weniger überrascht?»
«Ich weiß wirklich nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand Mr Morley umbringen wollte. Er war – na, er war so ein alltäglicher Herr. Ist er tatsächlich ermordet worden?»
Poirot entgegnete mit Würde: «Wir müssen jede Möglichkeit in Erwägung ziehen. Das ist auch der Grund, weshalb ich Ihnen gesagt habe, Sie seien ein sehr wichtiger Zeuge und sollten sich alles ins Gedächtnis rufen, was heute Vormittag passiert ist.»
Er legte besonderen Nachdruck auf seine letzten Worte, und Alfred furchte in einer verzweifelten inneren Anstrengung die Stirn. «Ich kann mich an nichts sonst erinnern.» Seine Stimme klang kläglich.
«Schon gut, Alfred. Und sind Sie ganz sicher, dass außer den Patienten keine fremden Personen heute Vormittag das Haus betreten haben?»
