«Fremde Personen nicht. Nur der junge Mann von Miss Nevill ist vorbeigekommen – hat sich sehr aufgeregt, als sie nicht da war.»

Japp fragte interessiert: «Wann war das?»

«Etwas nach zwölf Uhr. Als ich ihm sagte, Miss Nevill sei den ganzen Tag abwesend, machte er einen sehr niedergeschlagenen Eindruck und wollte unbedingt mit Mr Morley sprechen. Ich erklärte, Mr Morley sei bis zum Mittagessen beschäftigt, aber er meinte, das mache nichts, er würde warten.»

Poirot fragte: «Und hat er gewartet?»

Plötzliches Erstaunen malte sich in Alfreds Zügen.

«Oh – daran habe ich überhaupt nicht gedacht! Er ist ins Wartezimmer gegangen, aber später war er nicht mehr da! Wahrscheinlich ist es ihm langweilig geworden, und er hat sich gedacht, er würde noch zurückkommen.»

Als Alfred das Zimmer verlassen hatte, sagte Japp scharf: «Halten Sie es für klug, diesem Burschen gegenüber die Möglichkeit eines Mordes anzudeuten?»

Poirot zuckte die Achseln.

«Ich glaube ja. Es wird für ihn ein Ansporn sein, sich jeder kleinen Einzelheit zu erinnern, die er vielleicht gesehen oder gehört hat, und er wird scharf auf alle Vorgänge im Haus achten.»

«Trotzdem, wir wollen unseren Verdacht nicht zu früh bekannt werden lassen.»

«Mon cher, diese Gefahr besteht nicht. Alfred liest Kriminalromane – Alfred ist begeistert von Verbrechen. Was immer Alfred ausplaudern mag, wird man auf das Konto seiner blühenden Phantasie schreiben.»

«Nun, vielleicht haben Sie Recht, Poirot. Jetzt wollen wir einmal hören, was Reilly zu sagen hat.»

Mr Reillys Ordinationszimmer und Büro lagen im ersten Stock. Sie waren von gleicher Größe wie die Räume darüber, aber weniger hell und nicht so komplett eingerichtet. Mr Morleys Partner war ein hoch gewachsener junger Mann, dem eine dunkle Haarlocke unordentlich in die Stirn hing. Er besaß eine angenehme Stimme und einen intelligenten Blick.



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