
«Wir hoffen, Mr Reilly», sagte Japp, nachdem er sich vorgestellt hatte, «dass Sie etwas Licht in diese dunkle Angelegenheit bringen können.»
«Da hoffen Sie leider vergeblich», antwortete Reilly. «Ich kann nur soviel sagen, dass Henry Morley der letzte Mensch war, der sich das Leben genommen hätte. Ich hätte so etwas tun können – er nicht.»
«Warum könnten Sie es getan haben?»
«Weil ich einen Berg von Sorgen habe», erwiderte der andere. «Zunächst einmal Geldsorgen! Mir ist es noch nie gelungen, meine Ausgaben mit meinen Einnahmen in Einklang zu bringen. Aber Morley war ein sorgsamer Mensch. Bei ihm werden Sie keine Schulden finden, keine Geldschwierigkeiten – davon bin ich überzeugt…»
«Frauengeschichten?», erkundigte sich Japp.
«Sie meinen, ob Morley welche hatte? Dem armen Teufel hat doch jede Daseinsfreude gefehlt! Stand völlig unter dem Pantoffel seiner Schwester.»
Japp fragte Reilly nach Einzelheiten über die Patienten, die er am Vormittag empfangen hatte.
«Oh, ich glaube, die sind alle über jeden Zweifel erhaben. Da war die kleine Betty Heath, ein nettes Kind – ich habe die ganze Familie nach und nach behandelt. Colonel Abercrombie ist ebenfalls ein alter Patient.»
«Wie steht es mit Mr Howard Raikes?», fragte Japp.
«Der mir ausgerissen ist? Der war noch nie bei mir. Ich weiß nichts von ihm. Er hat angerufen und wollte ausdrücklich heute Vormittag behandelt werden.»
«Von wo aus hat er angerufen?»
«Aus dem Holborn Palace Hotel. Er ist Amerikaner, glaube ich.»
«Ja, das hat Alfred auch gesagt.»
«Alfred muss es wissen», sagte Reilly. «Ein Filmnarr, unser Alfred.»
«Und der andere Patient?»
«Barnes? Ein komischer, pedantischer kleiner Mann. Pensionierter Beamter. Wohnt draußen in Ealing.»
Japp machte eine kleine Pause und fragte dann: «Was können Sie uns über Miss Nevill sagen?»
