
Es war ein kleines Zweifamilienhaus, dessen sorgfältig angelegter Vorgarten Poirot ein beifälliges Nicken abnötigte. «Wunderbar symmetrisch», murmelte er vor sich hin.
Mr Barnes war zu Hause. Poirot wurde in ein kleines, steif eingerichtetes Esszimmer geführt, in das ihm Mr Barnes alsbald folgte.
Er war ein kleiner Mann mit blinzelnden Augen und nahezu kahlem Kopf.
«M. Poirot? Nun, das ist wirklich eine große Ehre!», sagte er.
«Sie müssen verzeihen, dass ich Sie so unvorbereitet überfalle», sagte Poirot betont höflich.
«Das ist immer bei weitem das beste», antwortete Mr Barnes. Er machte eine einladende Handbewegung. «Setzen Sie sich, M. Poirot. Wir haben zweifellos über eine Menge Dinge zu reden. Ich vermute, es handelt sich um die Queen Charlotte Street 58?»
«Sie vermuten richtig – aber wie kommt es, dass Sie überhaupt so etwas vermuten?», fragte Poirot verblüfft.
«Mein lieber M. Poirot», sagte Mr Barnes, «ich bin zwar schon vor längerer Zeit aus dem Innenministerium ausgeschieden – aber ganz eingerostet bin ich deswegen doch noch nicht. In einer streng geheimen Angelegenheit ist es besser, sich nicht der Polizei zu bedienen. Erregt nur unnützes Aufsehen!»
«Lassen Sie mich noch eine weitere Frage stellen. Warum vermuten Sie, dass diese Angelegenheit streng geheim ist?»
«Ist sie das vielleicht nicht?», fragte der andere zurück.
«Nun, wenn sie es nicht ist, dann bin ich der Meinung, dass sie es sein sollte.» Er beugte sich vor und klopfte mit seinem Zwicker auf die Stuhllehne. «Beim Geheimdienst will man nie das kleine Gesindel fangen, sondern die großen Drahtzieher – aber um an sie heranzukommen, muss man sich davor hüten, das kleine Gesindel kopfscheu zu machen.»
«Mir scheint, Sie wissen mehr als ich, Mr Barnes», entgegnete Poirot immer erstaunter.
«Ich weiß überhaupt nichts», erwiderte Mr Barnes. «Ich versuche nur, zwei Tatbestände zu kombinieren.»
