«Man?», fragte Poirot.

«Wenn ich sage ‹man›, so meine ich die Organisation, die hinter alledem steht. Den eigentlichen Mord hat natürlich eine Einzelperson begangen.»

«Und zwar wer?»

«Nun, ich könnte eine Vermutung aussprechen», sagte Barnes. «Aber es ist wirklich nur eine Vermutung, und vielleicht irre ich mich.»

Poirot fragte ruhig: «Reilly?»

«Natürlich. Das ist der gegebene Mann. Ich denke mir, dass von Morley wahrscheinlich gar nicht verlangt worden ist, die Tat selbst zu begehen. Seine Aufgabe dürfte darin bestanden haben, Blunt im letzten Augenblick an seinen Partner abzutreten. Plötzliches Unwohlsein oder etwas Ähnliches. Den eigentlichen Mord hatte Reilly zu begehen – ein bedauerlicher Unglücksfall – Tod eines bekannten Bankiers –, der beklagenswerte junge Zahnarzt in so kummervoller und zerknirschter Verfassung, dass ihn das Gericht nur leicht bestraft hätte. Hinterher hätte er seine Praxis aufgegeben und sich irgendwo mit einem Jahreseinkommen von mehreren tausend Pfund zur Ruhe gesetzt.»

Mr Barnes schaute zu Poirot hinüber.

«Glauben Sie ja nicht, dass ich spinne», sagte er. «Solche Dinge kommen vor.»

«Ja, ja, ich weiß, sie kommen vor.»

Mr Barnes klopfte auf ein Buch in marktschreierischem Einband, das auf dem Tisch in der Nähe lag, und fuhr fort: «Ich lese einen Haufen solcher Spionagegeschichten. Manche klingen phantastisch. Aber merkwürdigerweise sind sie nicht phantastischer als die Wirklichkeit. Es gibt tatsächlich bildschöne Abenteurerinnen, dunkle Ehrenmänner mit ausländischem Akzent, internationale Banden und Meisterverbrecher! Ich würde erröten, wenn ich manches von dem, was ich weiß, gedruckt läse – kein Mensch würde es nur einen Augenblick lang glauben!»



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