Die Herren verließen das Sitzungszimmer und gingen die Treppe hinunter. Rotherstein sagte: «Ich kann Sie wohl nicht im Wagen mitnehmen?»

Alistair Blunt schüttelte lächelnd den Kopf. «Ich habe meinen eigenen Wagen unten.» Er schaute auf die Uhr. «Ich fahre nicht in die City zurück.» Nach einer Pause fügte er hinzu: «Ich muss nämlich zum Zahnarzt.»

Hercule Poirot stieg aus seinem Taxi, zahlte und klingelte am Haus Queen Charlotte Street 58.

Ein Bursche in roter Uniform öffnete die Tür; er hatte Sommersprossen, rote Haare und einen ernsten Gesichtsausdruck.

Hercule Poirot sagte: «Zu Mr Morley!»

Tief im Herzen gab er sich der lächerlichen Hoffnung hin, Mr Morley sei vielleicht unpässlich, sei abberufen worden oder könnte heute keine Patienten empfangen… Alles vergebens. Der Boy trat zurück, Hercule Poirot schritt durch den Hauseingang, und die Tür fiel mit der ruhigen Gefühllosigkeit eines unabänderlichen Verhängnisses hinter ihm zu.

Der Boy fragte: «Ihren Namen, bitte?»

Poirot nannte seinen Namen; eine Tür auf der rechten Seite der Halle flog auf, und er betrat das Wartezimmer. Der Raum war geschmackvoll möbliert und wirkte auf Hercule Poirot unbeschreiblich niederdrückend. Auf dem polierten Sheraton-Tisch lagen, sorgfältig geordnet, Zeitungen und Zeitschriften. Auf der Hepplewhite-Anrichte standen zwei versilberte Leuchter und ein Tafelaufsatz. Den Kaminsims krönten zwei Bronzevasen und eine bronzene Uhr. An den Fenstern hingen blaue Samtvorhänge. Die Sesselbezüge waren mit roten Vögeln und Blumen gemustert.

In einem der Sessel saß ein militärisch aussehender Herr mit grimmigem Schnurrbart und gelber Hautfarbe. Er betrachtete Poirot, als hielte er ihn für irgendein schädliches Insekt. Er schien nicht so sehr eine Schusswaffe zu vermissen als eine Flitspritze.

Poirot sah ihn verdrießlich an und dachte: Manche Engländer sind wirklich dermaßen unerfreulich und lächerlich, dass man sie schon bei der Geburt von ihrem Leiden erlösen müsste.



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