Nach zwei Wochen nahezu vollkommener Erstarrung hatte die Krankheit ihren Höhepunkt erreicht. Alistairs Eltern schickten das Kind in die berühmte Rivera-Klinik nach New York. Dort wurde der Fall sofort zutreffend als Virusschizophrenie in fortgeschrittenem Stadium diagnostiziert.

Alistair, inzwischen elf Jahre alt, hatte kaum Realitätskontakt mit der Welt, nicht genug jedenfalls, um den Ärzten ein Fundament zu liefern, mit dem sich etwas anfangen ließ. Er befand sich in einem nahezu ohne Unterbrechung andauernden Zustand der Katatonie; seine schizoiden Persönlichkeitsfragmente hatten sich gegeneinander abgeschlossen; sein Leben lief in einem seltsamen, unerreichbaren Zwielicht ab, wohin ihn nur seine Alpträume begleiteten. Eine Massivspaltung bot in einem solchen Fall kaum Aussicht auf Erfolg. Aber ohne Spaltung war Alistair dazu verurteilt, den Rest seines Lebens in einer Heilanstalt zu verbringen, nie ganz seiner Umwelt bewußt, niemals fähig, den bizarren Verliesen seines kranken Gehirns zu entrinnen.

Seine Eltern wählten, was sich als das kleinere Übel darstellte, und unterschrieben Dokumente, die den Ärzten erlaubten, einen verspäteten, verzweifelten Spaltungsversuch zu unternehmen.

Alistair wurde im Alter von elf Jahren und einem Monat operiert. In tiefer Synthohypnose rief man drei getrennte Persönlichkeiten in ihm wach. Die Ärzte sprachen mit ihnen und trafen ihre Wahl. Zwei Persönlichkeiten wurden in Durierkörper projiziert. Die dritte Persönlichkeit, als hinreichendste der drei beurteilt, verblieb im Originalkörper. Alle drei Personen überstanden das Trauma; man konnte die Operation als teilweise erfolgreich bezeichnen.

Der leitende Neuro-Hypnotiseur, Dr. Vlacjeck, stellte in seinem Gutachten fest, daß die drei Persönlichkeiten nicht auf erfolgreiche Reintegrierung hoffen durften, sobald das gesetzliche Mindestalter von fünfunddreißig Jahren eine solche Maßnahme erlaubte.



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