
»Andere hatten auch Erfolg«, sagte Crompton eigensinnig.
»Gewiß. Viele andere. Aber bei ihnen ist die Operation ausnahmslos zur rechten Zeit gemacht worden, nämlich bevor sich die schizoiden Fragmente abgekapselt hatten.«
»Ich muß das Risiko eben eingehen«, erklärte Crompton. »Ich bitte um die Namen und Anschriften meiner Duriers.«
»Haben Sie denn nicht zugehört? Jeder Verschmelzungsversuch wird Sie den Verstand kosten oder Schlimmeres. Als Ihr Arzt kann ich nicht -«
»Geben Sie mir die Adressen«, forderte Crompton kalt. »Ich kann mich auf einen gesetzlich verbürgten Anspruch berufen. Ich bin der Meinung, daß ich Stabilität genug besitze, die anderen Persönlichkeitsfragmente zu beherrschen. Sobald sie völlig unterworfen sind, steht einer restlosen Verschmelzung nichts im Wege. Wir müssen zu einer Einheit werden. Und dann bin ich endlich ein richtiger Mensch.«
»Sie wissen ja gar nicht, wie diese anderen Cromptons sind«, wandte der Arzt ein. »Sie halten sich für unzulänglich? Lieber Alistair, Sie sind das Ausleseprodukt!«
»Es ist mir gleichgültig, wie sie sind«, erwiderte Crompton. »Sie sind ein Teil von mir. Die Namen und Adressen, bitte.«
Der Arzt schüttelte müde den Kopf, notierte die Angaben auf einen Zettel und händigte ihn Crompton aus.
»Alistair, mit einem Erfolg ist doch praktisch nicht zu rechnen. Bitte überlegen Sie sich -«
»Danke, Dr. Berrenger«, sagte Crompton, verbeugte sich knapp und ging.
Er hatte die Praxis kaum verlassen, als seine Selbstbeherrschung zu schwinden begann. Dr. Berrenger hatte er seine Unsicherheit nicht zu zeigen gewagt; dem alten Mann wäre es sonst sicher gelungen, ihm die geplante Reintegrierung auszureden. Aber jetzt, da er die Namen in der Tasche hatte und alle Verantwortung allein tragen mußte, schlug die Brandung aus Angst über ihm zusammen. Er begann am ganzen Körper zu zittern. Mit einem Taxi fuhr er zu seinem möblierten Zimmer zurück, wo er sich aufs Bett warf.
