Nur hier, wo der Greis Abranow und der lange Major Kubowski lagen, war es still, wie auf einer windstillen Seite. Sie lagen in einer Mulde im Steilufer der Wolga. Nur ein drei Kilometer langer Streifen war es, der sicher war vor allen deutschen Granaten. In diese drei Kilometer Erde hatten sie sich eingewühlt wie die Füchse… Sanitätsbunker, Lagerräume, Küchen, Stäbe, Unterkünfte, Funkstellen… die ganze zweiundsechzigste Sowjetarmee, die Stalingrad verteidigte, lebte auf diesen drei Kilometern Steilhang an der Wolga. Sie waren das Herz und das Hirn, die Kraft und die Hoffnung.

«Es hat alles zwei Seiten, Väterchen Pawel Nikolajewitsch«, sagte Major Kubowski. Er rauchte mit Genuß weiter, denn er hatte zwei Tage Erholungsurlaub. Auch das gab es noch in Stalingrad. In den Kellern und Hausruinen, in dem Gewirr und Labyrinth der zerfetzten Fabrikhallen, in den Laufgräben, die jetzt die Straßen ersetzten, hockte und starb nur ein Teil der Armee. Ein anderer Teil lag in den Fuchsbauten des Steilufers in Ruhe und

Bereitschaft; alle paar Tage wurden sie ausgewechselt, damit sie wieder frisch wurden und harten Widerstand leisteten. So kam es, daß immer ausgeruhte Truppen den Deutschen gegenüberlagen.

«Wenn der Boden gefriert, können auch die Deutschen besser operieren. «Major Kubowski zuckte zusammen. Vor ihm rauschte die Wolga auf, eine hohe Fontäne stieg empor, erst dann kam die Detonation und ein Regen aufgeschleuderten, nassen Bodens.

«Unsere Panzer stehen in der Steppe, ich weiß es, hab's gehört beim Stab… es sollen tausend sein und mehr. Nur über die Wolga kommen sie nicht, man kann sie abschießen wie lahme Hunde, wenn sie mit der Fähre übergesetzt werden. Aber wenn es friert… Genosse Major, da fahren sie über die Wolga, wo sie wollen… So viel Rohre haben die Deutschen gar nicht, um sie überall zu treffen. «Abranow, der Greis, hatte sich in Hitze geredet.



3 из 345