Es war ein fast wimmerndes Lachen, denn Pawel Nikolajewitsch war immerhin zweiundsiebzig Jahre alt. Ein richtiger Greis war er, so wie man sich einen alten Mann vorstellt, mit weißen Haaren, die sich im Nacken bogen, mit einer dicken Nase, mit Falten um die Augen, deren Pupillen noch glänzten, auch wenn die Augäpfel schon gelb waren wie tabakgebeizte Fingerkuppen. Und ein kräftiger Kerl war er noch, bei Gott… einmal, in seiner Jugend, war er bei der Garde des Zaren, und später stand er in der Fabrik» Roter Oktober «am Eisenhammer und ließ im Funkenregen die Stahlplatten sich biegen. So ein Kerl war er geblieben mit seinen zweiundsiebzig Jahren. Nur wenn er lachte, war es das Kichern eines Greises, ein wenig linkisch und nicht jedermanns Sache.

Major Jewgenij Alexandrowitsch Kubowski tat einen tiefen Zug an seiner dicken Zigarette. Er stieß den Qualm gegen den erdgrauen Himmel und kratzte sich über die linke Wange. Hinter ihnen donnerte und krachte es. Häuser verbrannten und stürzten ein, Keller wurden in die Luft geschleudert, Eisenträger bogen sich wie dünne Drähte, und Menschen zerplatzten, als seien sie aus sprödem Glas. Hinter ihnen war die Hölle aufgebrochen, starb eine Stadt unter Feuer und Explosion, gab es keinen Himmel und keine Erde mehr, sondern nur eine Wolke aus Eisen, Flammen, 5teinen, Staub, Lehm und zerfetzten Leibern. Ob im Norden, dort wo die großen Werke lagen — das Traktorenwerk >Dsershinski<, die Geschützfabrik >Rote Barrikade<, das Hüttenwerk >Roter Oktober< und die Erdölraffinerien — oder im Süden bei den Hafenanlagen, dem Getreidesilo und den Kais, und erst recht im Westen, am Stadtrand, am Tatarenwall und am Mamai-Kurgan, der Höhe 102, lagen die deutschen Divisionen in den Trümmern und Kellern und berannten die wenigen Stützpunkte, in denen sich die Rote Armee festkrallte.



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