Ralf Meerholdt legte die Autokarte resignierend zur Seite und steckte sich eine Zigarette an. Dann stieg er aus dem offenen Wagen und ging den Pfad ein Stück zu Fuß weiter, ehe er wieder umkehrte und die halbgerauchte Zigarette nervös den Hang hinabwarf. Er sah auf seine Armbanduhr und schüttelte den Kopf. Dann setzte er sich wieder hinter das Steuerrad, ließ den Motor an und versuchte, den Wagen wieder den Pfad hinaufzuzwingen. Aber so laut der Motor auch aufheulte und die Räder sich gegen den steinigen Boden stemmten -die hintere Achse des Wagens senkte sich, und mit einem lauten Knack zersprang die Verbindung der beiden Räder. Ralf Meerholdt saß einen Augenblick wie erstarrt hinter dem Steuer, dann sprang er auf und rannte um den Wagen herum. Er brauchte nicht lange, um zu sehen, daß hier, in den unwegsamen, einsamen Felsen, seine Reise zu Ende gegangen war und der Wagen auf dem schmalen Bergpfad stand wie ein Denkmal von der Unüberwindbarkeit der schwarzen Berge.

»Achsenbruch!« sagte Ralf laut und steckte die Hände in die Taschen seiner weiten Jacke. »Ein Mist! Ein regelrechter Mist! Was nun?«

Er sah den kleinen Wagen an, gab ihm einen Tritt und ging die Strecke noch einmal bergan, die er schon vorhin gegangen war. Der Pfad führte um eine Felsnase herum und endete auf einem Plateau, auf dem man hoch über einigen Schluchten stand und einen wundervollen Rundblick genoß. Aber dieser Blick verstärkte nur noch die völlige Trostlosigkeit der Gegend und die Gewißheit, im weiten Umkreis keinen Menschen zu finden.

»Ich kann hier doch nicht übernachten!« sagte Ralf zu sich selbst. »Ich muß doch weiter!« Er blickte sich um und legte dann die Hände wie einen Trichter vor den Mund.



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