
K. stand noch immer im Schnee, hatte wenig Lust, den Fuß aus dem Schnee zu heben, um ihn ein Stückchen weiter in die Tiefe zu senken; der Gerbermeister und sein Genosse, zufrieden damit, K. endgültig hinausgeschafft zu haben, schoben sich langsam, immer nach K. zurückblickend, durch die nur wenig geöffnete Tür ins Haus, und K. war mit dem ihn einhüllenden Schnee allein. "Gelegenheit zu einer kleinen Verzweiflung", fiel ihm ein, "wenn ich nur zufällig, nicht absichtlich hier stünde."
Da öffnete sich in der Hütte linker Hand ein winziges Fenster; geschlossen hatte es tiefblau ausgesehen, vielleicht im Widerschein des Schnees, und war so winzig, daß, als es jetzt geöffnet war, nicht das ganze Gesicht des Hinausschauenden zu sehen war, sondern nur die Augen, alte, braune Augen. "Dort steht er", hörte K. eine zittrige Frauenstimme sagen. "Es ist der Landvermesser", sagte eine Männerstimme. Dann trat der Mann zum Fenster und fragte nicht unfreundlich, aber doch so, als sei ihm daran gelegen, daß auf der Straße vor seinem Haus alles in Ordnung sei: "Auf wen wartet Ihr?" — "Auf einen Schlitten, der mich mitnimmt", sagte K. "Hier kommt kein Schlitten", sagte der Mann, "hier ist kein Verkehr." "Es ist doch die Straße, die zum Schloß führt", wendete K. ein. "Trotzdem, trotzdem", sagte der Mann mit einer gewissen Unerbittlichkeit, "hier ist kein Verkehr." Dann schwiegen beide. Aber der Mann überlegte offenbar etwas, denn das Fenster, aus dem Rauch strömte, hielt er noch immer offen. "Ein schlechter Weg", sagte K., um ihm nachzuhelfen.
